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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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3. Antiseptica, Antiseptische Mittel.

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der Wirkung, in der es dem Chinin nicht nachstehen soll, namentlich auch das Fehlenunangenehmer Nachwirkungen und die grössere Billigkeit diesem gegenüber.

Folia Eucalypti, die getrockneten Blätter, intern selten und nicht zweck-mässig zu 0.5—1,0 p. d. in Pulv., Pill.. Elect, häufiger im Infus. (5,0—15,0: 100,0bis-200.0 Col.) oder in weinigem Macerat (1 : 5, Vinum Eucalypti, auch namentlich alsProphylacticum in Fiebergegenden). Extern: Kaumittel (bei chronischer Stomatitis), inForm von Cigaretten, Bäucherungen (bei Asthma), Cataplasmcn; im Infus. (5,0 bis20,0:100.0—200,0) zu Colut., Gargarismen, Inject., Clysmen, Umschlägen.

Tinctura Eucalypti, Eucalyptnstinctur, Macerat.-Tinct. aus den frischenBlättern mit Spirit. Vini 1 : 3 (Lorinser) oder 1 : 5. Das am häufigsten gegen Inter-mittens bisner benützte Präparat. Intern zu 1 / a —2 Theelöffel für sich oder in Mix-turen (siehe oben); extern zum Verbände von Wunden und Geschwüren, zur Des-infektion von Krankensälen etc.

ff. Witthauer (1887) empfiehlt Eucalyptustinctur gegen Keuchhusten (T. Eucal.,Glycerini aa. 15,0, davon je nach dem Alter 5—20 gtt. 3stündl. in Wasser) und Bron-chialkatarrh bei Erwachsenen (15—20 gtt. 3stündL), in Verbindung mit Inhalat, vonOl. Eucalpyti; ebenso bei Kehlkopfs- und Lungentuberculose etc.

Oleum aethereum Eucalypti rectifi catum, Gereinigtes ätherischesEucalyptusöl, käufliches sogen. Eucalyptol, durch Destillation des rohen ätherischenOeles über Kalihydrat erhalten. Dünn, farblos oder gelblich, Geruch cajeputölähnlich,Geschmack minzenartig, anfangs erwärmend, dann kühlend; löst sich wenig in Wasser,vollständig in Alkohol.

Intern als Antisepticum, Expectorans etc. zu 2—5 gtt. p. d. auf Zucker, imElaeosaeehar., in Kapseln, in alkoh. oder äther. Solut., als Antitypicum und Bal-samicum in grösseren Dosen, 2,0—4,0 und darüber pro die. Extern zu reizendenEinreibungen für sich oder in Linimentform (1 : 5—10 Ol. Oliv., Glyc), als Dnguentum,in alkoh. Lösung etc., in Clysmen (Emuls. mit G. Acac.), zu Inhalationen, Injectionen(Blase, Vagina), Umschlägen, zum antiseptischen Verbände (statt Acid. carbol., Acid.salicvl. etc.) in Wasser aufgenommen, mit Hilfe von Spir. Vini als Aqua Eucalypti(1 Ol. Euc, 2 Sp. Vin., 100 Aq.).

Neuerdings wird Eucalyptus amygdalina Labill. von manchen bevorzugt(grosse Culturen am Lag» maggiore bei Intra), eine Art, die eben so rasch wachsen soll(ihr gehören die grössten Bäume der Erde mit 400—500 engl. Fuss Höhe an) wieEucalyptus Globulus und weit mehr ätherisches Oel liefert, welches jedenfalls an-genehmer riecht wie das gewöhnliche Eucatyp+usöl.

In Australien werden aus verschiedenen Arten von Eucalyptus die ihnen zu-kommenden ätherischen Oele gewonnen und im Handel als Parfüm- und Malleeöle unter-schieden. Erstcre (von E. dealbata, maculata Var. citriodora etc.) zeichnen sich durchangenehmen citronenartigen Geruch aus und werden vielfach als Parfüm, zumal zuSeifen benützt, während die Malleeöle von den mehr strauchartigen Eucalyptusarten,die in sandigen Gegenden in dichten Gebüschen (Mallee skrub) wachsen (wie E. dumosa,gracilis, pyriformis, oleosa u. a.) zwar nicht einen so angenehmen Geruch, aber eineconstantere Zusammensetzung besitzen und weniger reizend auf die Respirationsorganewirken sollen (Maiden 1892).

Tnter dem Namen Eulyptol hat Schmelz (1886) eine Mischung von 6 Th.Acidurn salicylicum, 1 Th. Ae. earbolicum und 1 Th. Oleum aeth. Eucalypti als Anti-septicum und Desinfieiens zu internem und externem Gebrauche empfohlen. Das Präparathat einen aromatischen Geruch und brennenden Geschmack, ist fast unlöslich in Wasser,löslich in absolutem Alkohol, Acther, Chloroform, sowie in gleichen Theilen von Wein-geist und Glycerin.

Es soll intern selbst in grossen Gaben (8,0—10,0 pro die) ausnahmslos gut ver-tragen werden, bei ltheumatismus artic. acut, und Typhus die Temperatur rasch herab-setzen, weniger Ohrensausen als Salicylsäure erzeugen etc. und in externer Anwendungdem Jodoform, Sublimat und der Carbolsäure vorzuziehen sein.

1''tjoctanimim, Pyoctanin, und zwar:

a) P. coerulum (Methylviolett) und h) P. aureum (Auramin), als ungiftig er-klärte Theerfarbstoffe, ersterer ein blaues, in Wasser und Weingeist leicht lösliches, letztererein schwefelgelbes, schwer in kaltem, leicht in heissem Wasser und in Weingeist lös-liches Pnlver, sind wegen ihrer antiseptischen Eigenschaften wiederholt extern in derChirurgie. Augenheilkunde, gegen Diphtherie etc. versucht worden, ohne eine grössereBedeutung erlangt zu haben. In Substanz (1—2°/ 0 ige Streupulver), in Stäbehen und Sup-positorien, in Salben und in Lösungen (V s pro Mille bis !%)■