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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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3. Antiseptika, Antiseptische Mittel.

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einem Hausmittel gewordenen Migrainstifte (durch starkes Pressenoder durch Ausgiessen von geschmolzenem Menthol in Formen hergestellt,gewöhnlich mit einem geringen Zusatz von Thymol oder Kampfer; oderauch aus Menthol und Chloralhydrat aa. 1,0, Ol. Cacao 2,0, Cetaceum4,0,Schimmel) gegen Migraine, Neuralgien, gegen Insectenstiche, bei Zahn-schmerzen (Einlegen eines kleinen Krystallfragmentes in die Zahn-höhlung), in Salbenform (1,0:0,5 Ol. Oliv., 8,5 Lanolin, Langgaard),in alkoholischer 10%iger Lösung, oder eine Mischung von Menthol undChloralhydrat aa. (auf Watta in den hohlen Zahn bei Zahnschmerzen),in 30—50%iger weingeistiger Lösung als örtliches Anästhetieum zuPinselungen (Nase, Pharynx; Rosenthal) , in öliger Lösung (20%) zuInjectionen in den Kehlkopf bei Kehlkopf- und Lungentuberculose(A. Rosenberg, v. Brunn) , zu Inhalationen (bei Lungentuberculose,A. Rosenbert) , bei epidemischer Influenza, Cutter , und Diphtherie,Langgaard) ; gegen juckende Hautkrankheiten, bei Schnupfen, Ohren-krankheiten etc. Zu Inhalationen (5,0 Menthol, 2,0 Ol. Terebinth.,100,0 Spirit. Vin.; 1 Kaffeel. auf 1 Tasse heissen Wassers und dieDämpfe in die Nase eingezogen) bei acutem Kopfschmerz angeblichsehr wirksam.

Folia Eucalypti, Euealyptusblätter, von Eucalyptus GlobulusLabillard. (Blue Gum Tree), einem bis zu riesigen Dimensionen heranwachsendenBaume aus der Familie der Myrtaceen, einheimisch in Tasmanien und im östlichenNeuholland, durch Cultur eingeführt ausser in verschiedenen Gegenden Afrikas (Algier,Cap, Aegypten), Asiens (Syrien, Indien), Amerikas (Brasilien, Galifornien, Cuba etc.),auch in Südeuropa (Südfrankreich, Portugal, Spanien, Corsica, Italien, Griechenland,Istrien).

Die Blätter sind dimorph, nämlich die jüngeren, ungestielt, gegenständig an denvierkantigen Zweigen sitzend, ganz anders gestaltet, wie die älteren langgestielten, zer-streut angeordneten. Letztere haben vorwaltend eine sichelförmige Gestalt, sind langzugespitzt, am ungleichen Grunde gerundet oder etwas in den Stiel zusammengezogen,.1' .,—2 Dem. und selbst darüber lang, ganzrandig, dick, steif, lederartig, matt grau-grün, unter der Lupe durchschimmernd punktirt, mit einem relativ nicht starkenPrimärnerv und unter meist spitzen Winkeln entspringenden Secundärnerven, welcheganz nahe am Bande des Blattes zu einem mit diesem ziemlich parallel verlaufendenSeitennerven sich vereinigen. Die jüngeren ungestielten Blätter sind eirund, breit-eiförmig bis länglich-lancettförmig, am herz- oder fast herzförmigen Grunde gleich,dünner als die älteren Blätter, graugrün oder unterseits wegen reichlicherer Wachs-bildung bläulichgrau bereift. Ihr Geruch ist angenehm balsamisch; der Geschmackgewürzhaft-bitter, anfangs erwärmend, nachträglich kühlend.

Als wichtigsten Bestandtheil führen sie ein ätherisches Oel (6°/ 0 ), welchesaeben Pinen, Valeraldehyd, Butyraldehyd etc. hauptsächlich aus Eucalyptol (Cineol),besteht, einer farblosen, beweglichen, kampferartig riechenden, bei 176—177° sieden-den Flüssigkeit von 0,930 spec. Gew. Gutes Eucalyptusöl gibt davon 60—70%-Daneben enthalten die Blätter reichlich Gerbstoff, einen Bitterstoff, harzartige Körper,Wachs etc.

Ziemlich zahlreichen Versuchen zufolge (Gimbert, Binz, Sieyen, Mees etc.) kommtdem Eucalyptusöle eine bedeutende antiseptische und antizymotische Wirksamkeit zu,eine stärkere angeblich sogar wie dem Chinin und der Carbolsäure. Nach Bucholtz(1875) genügt ein Zusatz von 0,15 Eucalyptol, um die Bakterienbildung in einer ent-sprechenden Nährflüssigkeit gänzlich zu verhindern. Es hebt die amöboiden Bewegungender weissen Blutzellen auf und sistirt deren Auswanderung {Mees 1874).

In seiner physiologischen Wirkung scheint es dem Terpentinöl fast vollständigzu entsprechen. Namentlich ist. experimentell (Gimbert, Schläger) für grössere Gabennachgewiesen ein bald eintretender lähmungsartiger Zustand des Gehirns und Rücken-markes (Schlafsucht, Abnahme der Beflexaction), Herabsetzung der Herzthätigkeit, desBlutdrucks und der Körpertemperatur, Verlangsamnng der Respiration.

Bei Menschen erzeugt es bei interner Einfuhr (nach Selbstversuchen von Gimbert,Sieyen, Schulz) von ca. 3.0—5.0 eine Art Trunkenheit mit folgender geistiger Abspannung

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