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im Jahre 1665 als Alchemist in die Dienste des Königs Friedrich III.trat. Nach dem Tode dieses Fürsten wollte er über Polen und Ungarnin die Türkei reisen, wurde jedoch an der schlesischen Grenze ver-haftet, da man in ihm einen Emissär der missvergnügten Ungarn zuerblicken meinte.
In Wien nahm ihn der Finanzminister v. Sintzendorf in seineDienste und gab ihm eine Wohnung auf der Bastei, wo er seinen alchi-mistischen Arbeiten obliegen sollte. Er gewann auch die Zuneigung desKaisers Leopold, und zwar, wie Eormayer berichtet, dadurch, dass er,als im April 1670 ein Vergiftungsversuch durch Wachskerzen gegenden Monarchen gemacht wurde, diesen vereitelte.
Nichtsdestoweniger verlangte der päpstliche Nuntius seine Aus-lieferung, da er eben der Ketzerei beschuldigt war. Insbesondere war es,wie wieder Hormayer referirt, der eitle Wahn, alle Keligionsgeheimnisseaus der Chemie und Mathematik erklären zu wollen, der ihn beherrschteund den man ihm vorwarf. Schliesslich wurde die Auslieferung bewilligt,und Mitte Juli 1670 schied Borri von Wien, wurde nach ßom gebracht,wo er im Jahre 1695 als Gefangener auf der Engelsburg starb.Leopold soll unter Thränen von ihm Abschied genommen, aber nurdas für ihn verlangt hallen, dass, falls seine Unschuld sich heraus-stellen sollte, er frei nach Wien oder Madrid gehen und seine reichePension immer beziehen dürfen, aber auch selbst im Falle er derKetzerei überwiesen werden könnte, ihm au Leib und Leben keinUnheil widerfahren sollte.
Ein Jahr vor dem Ableben Leopolds I. kam unter dem Nameneines Grafen von Euggiero (eigentlich Don Domenico Oaetano, derSohn eines Bauern in Pietrabianca bei Neapel) ein Alchemist nachWien, der in Gegenwart des Fürsten Anton v. Liechtenstein unddes Grafen Harrach sein Probestück machte, welches so vortrefflichausfiel, dass ihn der Kaiser in seine Dienste nahm. Ev erhielt nebslhohem Gehalt eine Summe von 6000 fl. zur Durchführung seinerArbeiten, verlor jedoch nach dem Tode des Monarchen seine Stelle undging zum Kurfürsten Wilhelm von der Pfalz und später nach Berlin.
Von eminenter Bedeutung war das Erscheinen des berühmtenNational Ökonomen und Naturforschers Johann Joachim Becher inWien, wohin er über Antrag des Ministers Sintzendorff berufen wurde, umin Zeiten der schwersten Noth durch seine Eathschläge zur Hebungder wirthschaftlichen Verhältnisse beizutragen.
Becher war als der Sohn eines Mannes von grosser Gelehr-samkeit im Jahre 1635 zu Speyer geboren, verlor jedoch seinen Vater,