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als er selbst noch ein Knabe war. Eine, wie es scheint, wenig liebevolleStiefmutter veranlasste ihn. das Haus seiner Eltern frühzeitig zu ver-lassen und sich selbständig zu erhalten.
Nach längeren Keisen wurde er vom Kurfürsten von Mainz zumProfessor der Medicin und zum fürstlichen Leibarzt ernannt. Späterging er in gleicher Eigenschaft nach München zum Kurfürsten vonBayern und scheint von da aus nach Wien gekommen zu sein.
Becher war insoferne ein Alchernist, als er die vollste üeberzeugung,dass die Metallverwandlung, sohin auch die Metall Veredlung möglichund ausführbar sei, besass. Er begründete diese Ansieht theoretischauch dadurch, dass er auf die Aehnlichkeit der Metalle untereinanderhinwies und daraus auf die Analogie ihrer Zusammensetzung aus deneigentlichen Elementen schloss. Er betonte ausdrücklich in seiner Physicasubterranea, dass alle Metalle „aus dem Nämlichen bestehen", und dasssie nur durch, den ungleichen Grad der Zeitigung und der Reinheitihrer mercurialen Grundstoffe verschieden erscheinen.
In Wien erhielt sich, wie Kopp sagt, bis in das vorige Jahr-hundert die Eeminiscenz, dass Becher sich daselbst in profitabler Weisemit Goldmachen beschäftigt habe. Dennoch darf man ihn nicht zu deneigentlichen „Goldmachern-', ja kaum zu den Alchemisten im engerenSinne des Wortes rechnen. Allein das kunsthistorische Museum desAllerhöchsten Kaiserhauses besitzt thatsäehlieh eine Medaille, welchevon ihm herrührt. Dieselbe datirt vom Jahre 1675, zu welcher ZeitBecher in Wien war. Diese Medaille, welche auf Tafel I abgebildet ist,trägt eine Inschrift, welche, in deutsche Sprache übersetzt, folgender-massen lautet:
„Im Monat Juli des Jahres 1675 habe ich, Doctor J. J. Becher,auf chemischem Wege diese Unze feinsten Silbers aus Blei erzeugt."
Allerdings muss betont werden, dass das eigentliche Ziel der Be-strebungen Bechers durchaus nicht dahin gerichtet war, unmittelbarGold darzustellen, er suchte vielmehr durch Hebung der Industrieund des Handels Wohlstand zu schaffen und muss als einer der hervor-ragendsten Vertreter guter Volkswirthschaft angesprochen werden. Auchsein ideales Streben war ein solches, welches der wahren Aufgabe derWissenschaft würdig ist. und er war es, der durch Aufstellung derGrundzüge der Phlogiston-Theorie die erste wissenschaftliche Basis fürdie Chemie schuf.
Becher bemühte sich, die Landwirthschaft in Üesterreich zuheben, beschäftigte sich mit Versuchen zum Anbau der Eärberröthe inSchlesien, wollte die Kartoffeln zur Branntwein-, ja zu einer Art Wein-