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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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durch Düngung das Waclisthum von Pflanzen zu befördern oderzu unterstützen, man glaubt auch die Kräfte, welche Bedingungfür das Wachsthum von Pflanzen und Thieren sind, zu kennen, mansagt, dazu sei Darreichung von Lebensmitteln (bei den PflanzenKohlensäure, Wasser und anorganische Stoffe), ferner Licht,Wärme und Electricität nöthig; aber eine Hauptbedingungdie Lebenskraft -- fehlt, diese wird dem Forscher wol ewig dasverschlossene Buch mit sieben Siegeln bleiben, dessen Geheimnisssich Gott allein vorbehalten hat und der menschliche Verstandnicht ergründen wird.

Anders ist es mit den Gebilden anorganischer Natur, dieseentstehen durch Aneinanderlageruug von Elementen, ihnen gehtdie vis vitalis ab, da steht der Chemiker auf festem Boden, dener sicher beherrscht.

Es bleibt uns nur noch übrig, mit wenig Worten der botani-schen und zoologischen Forschungen der Neuzeit zu gedenken;da ist namentlich viel für die Erforschung der Pflänzchen ge-schehen, deren Existenz nur mit scharf bewaffnetem Auge nachge-wiesen werden kann, deren Erscheinung hauptsächlich bei derfreiwilligen Zersetzung höherer Organismen Wein- undMilchsäure- Gährung, Fssig- und Schimmelbildung, Verwesungu. s. w. wahrgenommen wird; Pflänzchen, die häufig als Ur-sache der Krankheiten von Pflanzenund Thieren angesehen werdenmüssen.

Betrachtete man früher die Gährungs- und Verwesungserschei-nung nur als eine chemische Umsetzung oder Spaltung des einenStoffes in den andern und nannte die hiebei thätige Kraft Kata-lyse (Berzelius) oder Uebertragung der Zersetzung (Liebig) deseinen Stoffes (Hefe) auf den andern (Zucker), so war dafür wolein Wort, aber keine Erklärung des Vorgangs gefunden. Nachden Untersuchungen von Pasteur, Bousset, H. Karsten, Hallier,Merz u. m. A. sind es aus der Atmosphäre stammende Pilze,welche die Umwandlung einleiten und die sich selbst zugleichin dem der Zersetzung ausgesetzten Stoffe weiter ausbilden.

Die Zoologen suchten ebenfalls die mit scharf bewaffnetemAuge wahrnehmbaren Thierchen (Infusorien) zu erforschen, einFeld, das namentlich von Ehrenberg angebaut wurde.

Dass bei diesen mikroskopischen Forchungcn irrtbümlichmanches Phantasiegebildo mit unterläuft, können wir nicht läug-nen, deshalb reisst auch Einer heute das nieder, was ein Anderermühsam aufzubauen suchte. Für das practische Leben ging ausdiesen Untersuchungen hervor, dass eine grosse Anzahl solch nie-derer Organismen die Atmosphäre bevölkern und den Keim zuKrankheitserscheinungen auf die höhern Organismen tragen, daherdas Bemühen Desinfectiotismitiel zur Zerstörung dieser niedernOrganismen anzuwenden.

Um die Flora der Vorwelt, welche der Geologie als Hülfs-wissenschaft dient, hat sich besonders Herr Professor Göppert