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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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wird aber eine ebenso grosse Anzahl von Theilen enthalten,welche durch die Aneinanderlagerung von einem Stickstoff- undeinem Sauerstoffatom entstanden sind.

Näheres über Avogadros Hypothese (die jedoch neuesterZeit wieder angegriffen wird) siehe Dr. A. Ladenberg, Entwicke-lungsgeschichte der Chemie.

Erkannt hatte man längst, dass sowol den einfachen wie auchden zusammengesetzten Gasen gleiche physikalische Eigenschaf-ten zukämen. Gleiche Volumina aller Gase mussten also diegleiche Anzahl Molecule oder physikalische Atome enthalten,die aber durch mechanische Kräfte nicht weiter theilbar seien.Das für die Molecule angenommene Gewicht nannte man Molecu-largewicht und verhalten sich die Volumgewichte wie die Mole-culargewichte.

Man definirt also das Molecul: ein Molecul ist die kleinsteMenge eines Körpers im freiem Zustande z. B. HCl (Salzsäure),ein Atom die kleinste Menge eines Elements in dem Moleculeseiner Verbindung, z. B. in der Salzsäure der Wasserstoff unddas Chlor.

Die zusammengesetzten Gase bestehen aus zwei oder mehrenElementen, ihre Molecule sind durch chemische Kräfte theilbar,ihre materiell verschiedene Theilchen heissen Atome.

Physische und chemische Gründe berechtigen zu der An-nahme, dass auch das Molecul der Elemente eine Gruppe vonwenigstens 2 Atomen sei. Alle elementaren Molecule enthalteneine gleiche Anzahl von Atomen; allgemein wird angenommen,dass 2 Atome eines Elementes = 1 Molecul sei.

Die doppelt so grossen Moleculargewichte der Elemente ver-halten sich sonst wie die Atomgewichte und diese wie die Volum-gewichte. Volumgewicht ist das specielle Gewicht der Gase, beiwelchem statt der Luft der Wasserstoff als Einheit angenommenwird, so ist das sp. Gew. des H (das sp. Gew. der Luft = 1angenommen) = 0,0692, das des Cl = 2,4566, letzte Zahl durchdie erste dividirt, giebt das At.-Gew. des Cl 35,5, aber auchzugleich sein Vol.-Gew., da sich 0,0692 : 2,4566, wie 1 : 35,5verhalten.

Nehmen wir ein bestimmtes Volum Wasserstoffgas = 1 Ge-wichtstheil an, so wiegt ein gleiches Volum Sauerstoffgas = 16Gewichtstheile, es wiegt z. B.:

1 Liter Wasserstoffgas = 0,0896 Grammen,1 Sauerstoffgas = 1,4336und nennt W. Hoffmann das Gewicht eines Liter irgend einesGases sein Krith (vom Griechischen Worte Kqiötj Gerstenkorn).

Wir bezeichnen daher die Elemente durch Einlitersymboleund stellen die Verbindungen durch Zweiliterformeln dar: H re-Präsentirt 1 Vol. = 1 Gewichtstheil, HCl = 2 Vol. = 36,5 Ge-Tvichtstheile, H 3 N = 2 Vol. = 17 Gewichtstheile.

Mit wenigen Ausnahmen sind die Gasvolumina auf dieselbeLmheit bezogen, zugleich die Atomgewichte der Körper und die