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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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wir dasselbe schon früher besprochen und muss sich solch Gesetzals unhaltbar herausstellen.

Einer der grössten Uebelstände, gegen den die Pharmacievon Jahr zu Jahr anzukämpfen hat, ist der Mangel an Gehülfenund Lehrlingen. Vergleichen wir die Gagen der Kaufleute mitden Gagen der Apothekergehülfen und zwar mit Berücksichtigungihrer Leistungen, auch ohne die wissenschaftliche Thätigkeit derletztern in Anschlag zu bringen, ferner erwägen wir wie derKaufmann mit geringern Mitteln zur Selbstständigkeit gelangenkann als der Pharmaceut: so wird dieser Mangel leicht er-klärbar. Es drängt sich uns aber die Frage auf, kann derApotheker unter den Verhältnissen, wie sie zur Zeit stehen,grössere Gagen zahlen? die Antwort lautet nein! Wird aber dieStellung der Apotheker eine günstigere, so werden sie auch in<lcn Stand gesetzt, die Arbeit der Gehülfen besser zu honorirenund werden sich nicht allein junge Leute für den pharm. Stand lin-den, sondern auch die bessern nicht vom Stande abgehen. Leidermuss bei Mangel an Gehülfen bäuhg auch der weniger Brauch-bare geduldet werden, da die Noth oder der Mangel an Arbeits-kraft den Apothekenbesitzer hiezu drängt, was wiederum für dieErziehung der Lehrlinge von Nachtheil ist, da solche Gehülfenkein gutes Beispiel für diese sind.

Aus diesen kurzen Andeutungen ersehen wir, dass noch vielzu thun ist und jeder Zeit zu thun übrig bleiben wird. Eine solidereReform, die von den Staatsregierungen gemeinschaftlich mit denApothekern augestrebt werden muss, kann dem ehrenwerthenStande jedoch wieder bessere Zeiten und Verhältnisse heraufbe-schwören helfen, jeder Einzelne muss aber hiezu sein Scherneinbeitragen und den Wahlspruch des Norddeutschen Apotheker-Vereins :

Hora ruit" stets im Auge haben.

Was die pharm. Gesetzgebung anbetrifft, so sind in neuesterZeit viele vortreffliche Vorschläge gemacht worden. Ich erinnerehier nur an die, von einer Commission des Nordd. Apothekerver-eins bearbeitete Schrift, deren Herausgabe Apotheker Dr. Hartmannin Magdeburg besorgte; eine Schrift, welche alle Verhältnisse derApotheker nicht allein berücksichtigt, sondern auch statistischeDaten als Beweisgründe der aufgestellten Behauptungen anführt.

Was die Aufhebung der Apothekenprivilegien im DeutschenReiche anbetrifft, so sollten diejenigen Herren, welche für diepharm. Gewerbefreiheit schwärmen, berücksichtigen, was Pappen-beim im Handbuche der Sanitätspolizei sagt:

Persönliche Rechte und Interessen sind bei sanitätspolizeilichenMassrcgeln nur dann zu opfern, wenn das öffentliche Interesse diesohne Hülfe von Hypothesen durchaus verlangt.