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seine Waare aus der billigsten Quelle zu beziehen, jedoch nurunter der Bedingung, stets die beste Qualität zu erhalten; wasden Verkaufspreis der Waare anbetrifft, so hält es aus diesemGrunde schwer mit dem Kaufmanne zu concurriren, da dieser dieQualität weniger zu berücksichtigen braucht und er auch meist ingrösseren Quantitäten kauft, darum dieselbe billiger aeqinnren kann.In dieser Hinsicht steht der Apotheker zwischen Charybdis undScylla, der Apothekenrevisor verlangt die beste Waare, ohne nachder Grösse des Preises zu fragen, das Publicum (dies gilt beson-ders beim Handkauf) die billigste; meist ohne ein Urtheil überdie Güte zu haben.
Sehen wir, welchen Nutzen der naturwissenschaftlich gebildeteApotheker, der besonders in kleinen Orten häufig als der einzigeNaturkundige betrachtet und zu liathe gezogen wird, der Indu-strie zu schaffen vermag, so sollte man meinen, dass dem Staatedaran liegen müsse, dass der Apotheker auch die richtige Stel-lung einnehme, die ihm seinen Kenntnissen, seiner practischeuThätigkeit und Nützlichkeit für das Gemeinwohl nach gebührt; istdem so ? sehr selten! und wesshalb nicht ? weil der Apotheker unterder Vormundschaft von Männern steht, die den Apotheker standnicht durch und durch kennen!
Ich kann nicht umhin, hier eines Mannes, dem medicinischenStande angehörend, der in einer Zeit, wo häufig Aerzte geradezueine feindliche Position gegen den Apothekerstand einnahmen, zugedenken: des Ober-Medicinalraths und früheren Professors derPharmacologie Dr. Phöbus in Giessen, welcher in einem Schrift-chen: Offenes Sendschreiben an den Apotheker 0. Waldheim inWien, das sich in Nr. 8 und 9 der Zeitschrift des allgemeinenOesterreichischen Apothekervereins und in der Russischen pharm.Zeitschrift Nr. 9, 10 und 11, 1870 abgedruckt findet, ein Schriftstückveröffentlichte, das für den pharm. Stand eine Lanze einletge;diese Schrift bespricht zuerst die Ursachen, wodurch die Stellungder Apotheker in den letzten 5 Decennien eine so schwierige^: ge-worden sei und sieht dieselben:
1) in den gesteigerten Ansprüchen, die sowol die Regierun-gen, Aerzte und das Publicum an den Apotheker machen;
2) in den gesteigerten Ansprüchen, welche in technischer Be-ziehung an den Apotheker gemacht werden;
3) wogegen die Einnahmen nicht im Gleichgewichte mit die-sen Ansprüchen stehen, indem:
a) der Gesundheitszustand der Bevölkerung mit demSteigen des Wohlstandes in Mittel-Europa durchbessere Nahrung und Wohnung eine günstigere ge-worden ist;
b) das ärztliche Verfahren ein erfolgreicheres und ein-facheres wurde, wodurch:
c) die Arzneisucht mancher Menschen kleiner wurde;