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haben namentlich jüngere Aerzte mit höclist schwacher Praxis,doch dürfen wir es auch nicht leugnen, dass durch die oft höchstdürftige wissenschaftliche Ausbildung der Pharmaceuten undein kriechendes Wesen, durch das manche Apotheker einen Vor-theil zu erringen suchen, sie selbst Veranlassung geben, dassder Arzt sie als eine ihm untergeordnete Persönlichkeit betrachtet,worin er freilich von der Regierung bestärkt wird, welche denArzt zum Aufseher der Apotheken bestellt und von dem die, diePharmacie betreffenden Gesetze ausgehen; ein Verhältniss, dasvor 300 Jahren, wo die ärztliche Wissenschaft noch nicht dieAusdehnung wie heut zu Tage erlangt hatte, zu rechtfertigen war,einer Zeit, wo die Pharmacie noch nicht wissenschaftlich wie inunserer Zeit betrieben wurde, ja, wo die gründliche Kenntniss derArzneimittel noch selbst auf sehr niederer Stufe stand und meistnur rohe oder galenische Mittel im Gebrauch waren. Heute, woder grösste Theil der Pharmaceuten eine gründlich wissenschaft-liche Bildung sich aneignen muss, wo viele unter ihnen selbstLehrer und Förderer eines oder des andern Zweiges der Natur-wissenschaft sind, wo der Arzt sich solche für ihn wichtigereZweige des Wissens aneignen muss, so dass er das Studium dertheoretischen Pharmacie als Nebenfach betreibt und sich um daspractische derselben nur wenig kümmert, wäre es wol zeitgemässer,diese Vormundschaft aufzugeben; findet doch, nachdem die medi-cinische Wissenschaft an Extensität zugenommen hat, dass einMann sie kaum fassen kann, schon Theilung statt, darum sichSpecialisten für die Krankheiten des Auges, Ohres, für Geistes-krankheiten, Chirurgie, Hautkrankheiten u. s. w. ausbilden, wieviel mehr müsste da dem Arzte und Publicum an der vollstän-digen Trennung der Medicin von der Pharmacie gelegen sein;
2) der grösste Theil des Publicums sieht den Apotheker alsKaufmann an, zu diesen gehören namentlich viele der Herren Medici-nalbeamten, die eine wichtige Stimme bei Bearbeitung der Taxehaben; wie häufig hört man vom Publico und namentlich aus demärztlichen Stande das Geschrei über zu hohe Taxe, über 99 %u. s. w., sie wissen, dass beim Droguisten 10 Gramm Salmiak und10 Gramm Lakritzensaft so und soviel kosten, beim Apothekereine Mixtur aus beiden 4 Mal so viel, wissen aber nicht, dassder Apotheker den Salmiak erst in heissem destillirten Wasserlöst, der Lösung einen Zusatz von Aetzammon macht, sie durchPapier heiss filtrirt, wieder verdampft und krystallisirt, wozu ertheurer Porcellanschalen bedarf und zu dieser Umarbeitung dieZeit vieler Stuuden erforderlich ist; noch mehr Arbeit macht dasReinigen des Süssholzextractes. Beim Conditor, beim Restaurateurfindet man die Preise nicht zu hoch, wenn er seine Kuchen oderseine Speisen 3 Mal höher rechnet, als seine Auslagen betragen;woher also das Geschrei über zu hohe Taxe der Arzneien? wieviele Menschen geben beim Conditor, in der Restauration, für Ci-garren 10 Mal mehr als für ihre Apothekerrechnung aus, dochschreien sie mir über die Höhe der letztem, „das ist eben das