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und nimmt daher der Apotheker noch immer nicht die Stellungein, die ihm, sowol nach seiner practisch-mühsamen Beschäftigung,wie nach der wissenschaftlichen Tendenz seines Faches gebührt.
Die Denkschrift des internationalen Congresses zu Braun-schweig von 1865 sagt S. o, Abth. III.
Das Grundleiden, an welchem heute die Pharmacie hinsiecht,ist die ihr von vornherein aufgedrungene Zwitterstellung, nachwelcher sie einerseits als Sanitätsanstalt zu gewissen Leistungen,z - B. einer bestimmten wissenschaftlichen Vorbildung und zu ge-wissen Beschränkungen des Gewerbes, wie z. B. des in Folge derTaxe limitirten Debits, vom Staate verhalten ist, andererseits mitHinweisung auf ihren gewerblich commerziellen Character derVorrechte anderer wissenschaftlichen Körperschaften, z. B. derSelbstregelung ihrer corporativen Interessen, des unmittelbarenVerkehrs mit den höheren Staatsbehörden u. s. w. verlustig ist.Dies ist die immer weiter um sich greifende, offene Wunde, derenHeilmittel in den Händen der hoben Regierungen liegen, und istdie Lage eine solche, dass, wenn dieselben versagen, der gänzlicheRuin des Standes unausbleiblich ist.
In folgenden 4 Punkten werde ich zu zeigen versuchen, wieverschieden unser Stand vom Publicum, je nach der verschiedenenIndividualität jedes Einzelnen beurtheilt wird:
1) die Gelehrten im Allgemeinen, vielleicht nur mit einer Aus-nahme — der Lehrerstand der polytechnischen Schulen und Real-gymnasien und die wissenschaftlich gebildeten Techniker — wollenden Apotheker nicht als vollgültigen Gelehrten anerkennen, sobaldJhm die altclassische Bildung abgeht, obgleich sie doch zugebenFüssen, dass die Naturwissenschaften - die Grundlage der Phar-macie — auf eben so fester wissenschaftlicher Basis ruhen wiedie abstracten Wissenschaften. Fehlt dem Apotheker bis jetztauch meist die vollständige Ausbildung in den alten Sprachenund den rein philosophischen Fächern, die der Theologe, Philo-lo ge, Jurist und Mediciner auf der Universität zu hören obligato-risch verpflichtet ist, so muss er dafür tiefer in die meisten natur-wissenschaftlichen Fächer eingehen als der Arzt (mit Ausnahmeder Physiologie und Anatomie des Menschen) und muss solchePractisch betreiben, ein, wie man mir zugestehen wird, höchstmühsamer Weg. Betrachten wir den Pharmaceuten in seinemPractischen Berufe, so muss er sich eine höchst peinliche Accura-te sse anzueignen suchen, viele Erfahrungen sammeln und eineunermüdliche Thätigkeit entwickeln, wenn er die Pflichten seinesLandes vollkommen erfüllen will. Der Arzt müsste wol einenrichtigen Begriff vom Pharmaceuten haben und könnte am leich-tsten das Publicum über die Stellung der Pharmacie aufklären,e inestheils geschieht solches nicht nur nicht, sondern treten Manche°ft geradezu feindlich gegen den Pharmaceuten auf, weil siees nicht vergessen können, dass der ärztliche Stand durch denApotheker einen Theil seines Einkommens verloren hat, da in älte-ster Zeit der Arzt die Arzeneien selbst dispensirte. Diese Meinung