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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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Von dieser Zeit an beginnen die Chemiker einen Unterschiedzwischen Atom- und Aequivalentengewicht zu machen; so nimmtBerzelius das Atomgewicht des Chlors 35,5, das Aequivalent des-selben aber zu 71 an, was vielfach zu Begriffsverwirrungen Veran-lassung gab. Bei Betrachtung der Typentheorie kommen wir nocheinmal auf diesen Gegenstand zurück.

Nachdem man erkannt hatte, dass manchem Körper dieEigenschaft zukömmt in 2 Gestalten zu krystallisiren, je nachden verschiedenen Verhältnissen, unter denen die Krystallisationausgeführt wird, z. B. Schwefel, arsenige Säure u. s. w., nannteman solche, in 2 Krystaliformen erscheinende Körper dimorpheund die Eigenschaft Dimorphismus, desshalb war der Isomorphis-mus zur Sicherstellung der Atomgewichte nicht mehr stichhaltig,konnte aber auch nicht ganz entbehrt werden. Der Dimorphismusbewies nur, dass die Gestalt der Körper nicht allein von der An-zahl der Atome abhängig sei.

Leop. Gmelin glaubte gar nicht an die wahre Existenz derAtome, was er in seinem Handbuche, in welchem er den Aus-druck Mischung'sgewicht statt Atomgewicht gebraucht und denWasserstoff = 1, statt Sauerstoff = 1 oder 100 anzunehmenempfiehlt.

Der Begriff Isomerie hat nichts mit der Isomorphie gemeinund werden wir später auf denselben zurückkommen.

Entdeckung der Pflanzenalkaloide.

Die Pflanzenalkaloide oder natürlichen organischen Basen,wie sie in den Pflanzen fertig gebildet vorkommen, waren fürdie Entwicklung der organ. Chemie, aber besonders für Medicinund Pharmacie, ja zum Theil auch durch die, Behufs der Auf-suchung von Alkaloiden angestellten Pflanzenanalysen, für diePflanzenphysiologie von hoher Bedeutung. Diese Basen findensich in fast allen Organen der Pflanzen, sättigen Säuren und ent-halten Stickstoff. Ob sie Derivate des Ammoniaks, wie die künst-lichen Basen, die uns eine spätere Zeit kennen lehrte, sind, kannbis heute noch nicht mit Gewissheit angenommen werden, wennauch alle Wahrscheinlichkeit dafür spricht.

Obschon ' Derosne 1803 das Narootin aus dem Opium abge-schieden hatte, Sertürner, ein Deutscher Apotheker, schon 1804das Morphium im unreinen Zustande abschied, so glückte esletzterem doch erst im Jahre 1816, dasselbe in reinem, krystalli-sirtem Zustande darzustellen. Doch wurde die Entdeckung nichtgebührender Maassen gewürdigt, namentlich wurde die Sache inDeutschland sehr lau aufgenommen. Nur erst, nachdem Gay-Lussac die Wichtigkeit dieser Entdeckung sanctionirt, liobiquetdie Zweifel über die Existenz des Morphiums gehoben hatte,und nachdem Sertürner von der Pariser Akademie für diesewichtige Entdeckung ein Preis zuerkannt wurde, fielen die Schup-pen von den Augen Deutscher Chemiker. Nach jener Zeit erst,besonders aber nach der Entdeckung des Chinius und Strychnins