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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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wie vielfältig auch die chemischen Ansichten und mit ihnen dieNamen wechseln mögen.

Durch die Feststellung der stoechiometrischen Gesetze hatteman einen grossen Schritt in der Begründung der Chemie alsWissenschaft vorwärts gethan und lenkte nun der Geist der For-scher in eine andere Bahn, auf den Grund, auf welchen sich dieVerwandtschaften zurückführen lassen, auf:

2. Die Electrochemie.

Schon im Jahre 1781 hatten Laplace und Lavoisier Versuchemit Volta, der seinen Condensator in Paris vorzeigte, angestellt.Nach Voltas Entfernung arbeiteten erstere beiden weiter; sielösten Eisen in verdünnter Schwefelsäure, sammelten die hieheisich entwickelnde Electricitätsmenge im Condensator und erhieltendabei deutliche electrische Funken. Beide betrachteten als Ursacheder entstandenen Electricität nur, dass ein flüssiger Körper in dengasförmigen Zustand übergegangen sei (der aus dem Wasser freigewordene H), an' die Electricitätsentwickelung durch chemischeAction dachten sie nicht. Im Jahre 1800 entdeckte nun Voltaseine electrische Säule und stellte mit ihr glänzende Versuche an,jedoch an eine chemische Wirkung dachte er auch nicht. Nicholsonund Carlisle kamen zuerst auf die glückliche Idee, das Wasserder Wirkung des electrischen Stromes auszusetzen, wobei dasselbein seine Elemente zerfiel und zwar sammelten sich am negativenPole 143 Vol. Wasserstoffgas, am positiven 72 Vol. Sauerstoffgas.Oft zeigte sich am negativen Pole mit dem Wasserstoffe zugleicheine Base, am positiven Pole mit dem Sauerstoffe zugleich eineSäure; 7 Jahre hindurch fehlt von diesem Auftreten von Base undSäure die Erklärung, erst 1807 gab H. Davy dieselbe ; er unter-suchte die bei der Zersetzung des Wassers sich abscheidende Basewie die Säure und fand, dass die Säure Salzsäure, die Base Natronsei. Davy gelang es nun nachzuweisen, dass das Kochsalz ausden Gefässen, worin die Zersetzung ausgeführt wurde, stamme,denn als er Gefässe aus Gold nahm, erhielt er weder Base nochSäure. Bei diesen Erfolgen der Wasserzersetzung aber blieb Davynicht stehen. Da sich Kali, Natron und Erde wie Metalloxydegegen Säuren verhalten, so schloss er, dass diese auch Oxyde seinmüssten; zur Zersetzung derselben aber reichten die Kräfte seinerSäule nicht aus. Man erzählt sich, dass Davy in einer EnglischenZeitung davon gesprochen habe, wenn ihm Mittel geboten würden,eine Säule aus grossen Zink- und Silberplatten zu construiren,stände er am Ziele einer wichtigen Entdeckung und siehe: nacheinigen Tagen erhielt er so viel silberne Teller von den pa-triotischen Nabobs Londons, dass er eine Säule bauen konnte,rtie stark genug war, das Kali in sein Metall, das er Kaliumnannte und Sauerstoff zu zersetzen; dieser Darstellung folgte dieHerstellung des Natriums, Calciums, Baryums und Strontiums.Auf die Zersetzung von Base und Säure durch den electrischenStrom schon vorher geführt, bestätigte er nun noch die von Gay-