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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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sehen Theorie auf die Entwicklung der Chemie und Pharmacieausübten*).

1. Die Stoechiometrie.

Wenzel schrieb 1777 ein vortreffliches, auf genaue Versuchegestütztes Werk über die Lehre von den Verwandtschaften derKörper, in welchem er die Resultate von den Beobachtungen derdoppelten Zerlegung von Salzen zu Grunde legte und eine Er-klärung von dem Bleiben der Neutralität gab, welche man nachder Zersetzung zweier neutraler Salze bemerkt; mit Hülfe genauausgeführter Analysen bewies er:

a) dass die Mengen der Basen, welche ein und dasselbe Ge-wicht irgend einer Säure sättigen, auch gleiche Mengen jeder an-dern Säure im Stande sind zu sättigen. Beispiel, es sättigen100 Th. Aetzkali 87,5 Th. Schwefelsäure und 100 Th. ätzenderKalk 175 Th. Schwefelsäure, ersteres sättigt nun aber auch eineQuantität Salpetersäure, worin 96,4 Th. wasserleere Salpetersäure,letzterer sättigt ein Quantum, worin 192,8 Th. wasserleere Sal-petersäure sind. 87,5 : 175 ist = wie 1 : 2, ebenso 96,4 : 192,8= 1:2.

b) Wenn schwefeis. Kali und Salpeters. Baryt sich zuschwefeis. Baryt und Salpeters. Kali umsetzen, so sind, wenn beideSalze vorher neutral waren, die neuentstandenen Salze, ob löslichoder unlöslich, auch neutral.

So unbedeutend diese Sätze uns jetzt erscheinen, waren sie fürdie damalige Zeit doch von sehr grosser Bedeutung und wurdender Grundstein, auf welchem das Lehrgebäude der Stoechiometriezu ruhen bestimmt war. Viele und genau aufgeführte chemischeAnalysen gehörten dazu ein Gesetz festzustellen, wie sich dieKörper truantitativ mit einander verbinden; nach Wenzels Theoriemüssten die Bestandtheile der beiden angewandten Salze sich inden neuentstandenen Salzen wiederfinden, nichts durfte verlorengehen! Dies Princip, das schon Lavoisier aussprach, führte Wen-zel zur Erkenntniss des ersten Gesetzes der chemischen Statik,wobei er zugleich die Bahn betrat, die Analysen auf nassem Wegeauszuführen. Wenn Wenzels Buch wenig Anklang bei seinenZeitgenossen fand, so lag das daran, dass diese alle Geisteskräfteaufbieten mussten, die bequem gewordene Phlogistontheorie mitLavoisiers neuer Theorie zu vertauschen; der süssen Gewohnheit,in welcher der Mensch erzogen, zu entsagen, war schon schwer,auch fühlten die meisten sich in der neuen Theorie wie ineinem fremden, ihnen häufig zu engen Hocke unbehaglich undnun sollten sie wieder eine neue Theorie so sahen sie Wen-zels Arbeit an annehmen! denn dass Wenzels Theorie nureine Erweiterung der antiphlogistischen Theorie sei, solches zu er-kennen vermochten nur Wenige.

*) Was den Einfiuss von a) betrifft, dessen gedachten wir schon S. 36im Allgemeinen.