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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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über die Verwandtschaft der Elemente zum Sauerstoffe. Durchdas Experimentiren mit genauen Waagen wurden obengenannteFundamentalgesetze durch folgende Zusätze vermehrt:

1) Alle neu gebildeten Producte bei einem chemischen Pro-cesse müssen zusammen so viel wiegen als die angewandten Stoffe,überall muss die Waage den Ausschlag geben.

2) Die zusammengebrachten Stoffe und das erhaltene Resultatsind als eine algebraische Gleichung anzusehen; indem man derReihe nach jedes Element dieser Gleichung als unbekannt setzt,kann man daraus einen Werth ziehen und so den Versuch durchden Calcul und diesen durch den Versuch berichtigen.

Aus diesem Satze ersehen wir, wenn wir auf die spätere che-mische Atomenlehre einen Blick werfen, wie weit Lavoisier seinerZeit vorausgeeilt war. Bei allen Experimenten, die er anstellte,bleiben ihm noch Räthsel zu lösen, bis ihm durch die Analysedes Wassers den letzten Zweifel zu heben gelang. Nur dadurch,dass kein, auch noch so kleiner Punkt seiner scharf- und um-sichtigen Beobachtung entgeht, gelingt es ihm, das Licht herauf-zubeschwören, das das Dunkel der Nacht zu erhellen berufen war.

Lavoisiers Auftreten verscheucht aber auch das geheimniss-volle Dunkel, in das sich die Chemiker der Vergangenheit zuhüllen berufen glaubten; theils weil sie den geheimnissvollenSchleier (oft aus Gewinnsucht) nicht lüften wollen, theils weil sieselbst mit verbundenen Augen einhergingen; aus letzterm Grundefällt es Vielen deshalb schwer, wenn auch nicht dem alchemistischenTreiben, so doch dem Phantome des Phlogistons Valet zu sagen,an dem sie so fest halten, als ob nur in diesem das Heil zufinden sei. Lavoisiers Arbeiten erstrecken sich, ausser der Auf-stellung seiner neuen Theorie:

1) Ueber die specifische Wärme der Körper.

2) Ueber den Nachweis, dass der Diamant im Sauerstoffgaseerhitzt, zu Kohlensäure verbrennt, also reiner Kohlenstoff sei.

3) Ueber die Absorption von Sauerstoff beim Faulen vonExcrementen.

4) Beschaffung einer neuen Nomenclatur, die mit seinerTheorie im Einklänge stand; er gab den Verbindungen Namen,die sich bis auf unsere Zeit erhalten haben, ein sicherer Beweis,dass sie scharfsinnig und richtig gewählt waren. Bei dieserNamenbildung wurde Lavoisier von Guiton de Morveau fleissigunterstützt.

Erst nach Uebersetzung seines Traite de chemie, dieses höchstRassischen Werkes, in welchem die Grundzüge seines Systems klar aus-einandergesetzt waren, in das Deutsche, fand die antiphlogistischeTheorie mehr Eingang in Deutschland, doch auch Gegner; diesewurden jedoch bald durch die Einfachheit und Klarheit des neuenSystems überwunden.

Wie nach dem Sonnenuntergänge viele Sterne leuchten, soging es nach dem Tode Lavoisiers und waren es namentlich diePharmaceuten, Männer, die mit der Praxis der Chemie innig ver-

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