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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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in den Geschäften aus jener Zeitperiode nur das Verdienst derApotheker selbst. Mit der Wissenschaftlichkeit dieser Herren sahes aber im Allgemeinen noch sehr schwach aus, welcher Mangelwol meist in der schlechten Ausbildung der Gehülfen und Lehr-linge zu suchen ist, für die herzlich wenig gethan wurde.

Nicht unerwähnt darf es bleiben, was unter Peter demGrossen von Russland für die Pharmacie von Seiten der Regie-rung gethan wurde. Dieser grosse Monarch, die Wichtigkeit derPharmacie erkennend, hatte bei seinen umfassenden Plänen fürdas Riesenreich nicht allein für die pharm. Gesetzgebung nochZeit, er trug auch Sorge, dass in Moskau nur so viel Apothekenangelegt wurden, dass die Besitzer auch ihr sicheres Brod findenmöchten, wie im Befehle ausdrücklich gesagt wird. Der grosseMonarch hatte die Wichtigkeit der Apotheken und ihre Einrich-tungen in cultivirten Staaten kennen gelernt; so entstanden nunin der Zeit von 1701 bis 1713 in Moskau 8 Apotheken; jeder, derdie Erlaubniss hatte, eine dieser Apotheken anzulegen, erhielt einenBauplatz, ohne dafür zahlen zu müssen, angewiesen, auch wurdeihm ein, auf Pergament geschriebenes Privilegium ausgestellt*).

Die Besitzer der Apotheken durften alle Medicamente mitAusnahme von Wein und Giften verkaufen, sie standen unter derGesandtschaftsbehörde und war ihnen erlaubt, Medicamente zoll-frei aus dem Auslande kommen zu lassen.

Diese H Apotheken Moskaus wurden von folgenden Herren

errichtet:

1701 Johmin Gott fr. Gregorius, derselbe hatte die Pharmacie

in Deutschland erlernt. Kaiserliche Majestät beehrte diesen

ersten Besitzer einer freien Apotheke in Moskau mit seinem

Besuche.

1703 Daniel Hurzin und Gabriel Sauls.

1704 Jessin Arnkiel.1709 Alexei MerJmlew.

1712 Abraham Ruth und Gawrila Bischewky.

1713 Albert Georg Zander**).

Nach dieser Schilderung der pharm. Verhältnisse in Russlandwenden wir uns der auswärtigen Pharmacie wieder zu. LinnesAuftreten war für die Entwickelung der wissenschaftlichen Phar-macie von grosser Bedeutung.

Nachdem die Botanik durch denselben eine mehr wissen-schaftliche Basis bekommen hatte, sehen wir die Pharmaceutensich eifriger mit dem Studium derselben beschäftigen. Wir finden

*) Sollten in Moskau nicht noch solche Privilegien im Original exi-stiren? es wäre gewiss interessant, diese nach ihrem Wortlaute einmal denLesern der Petersburger Zeitschrift vorzuführen.

**) Aus den hier angeführten Namen ist zu ersehen, dass nicht alleinDeutsche,_ sondern auch Russen (Merkulew), Polen (Bischewsky) und Juden(Ruth) Privilegien erhielten, wie sich nicht anders von dem freidenkendenPeter I. erwarten Hess; es ist also ein Märchen, dass Peter I. nur DeutschenPrivilegien ertheilt habe.