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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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Bis zu dieser Zeit hatte man den Fortpfianzungsorganen derGewächse noch sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt, Linnes ordnen-der Geist erkannte erst die Wichtigkeit dieser für die Classifi-cation der Pflanzen höchst brauchbaren Organe. Seine Diagnoseder Gattungscharactere war scharf, kurz und klar; was seineVorgänger mit langen Beschreibungen zu erreichen suchten, fasster in wenigen Worten zusammen, indem er eine feste Termino-logie einführte.

Linne theilte die Pflanzen erst in 2 grosse Hauptabschnitte:A. In Phanerogamen, diese zerfielen in a) monoklinisoke (Pflan-zen mit Zwitterblüthen), b) diklinische (Pflanzen mit getrenntenGeschlechtern). B. Kryptogamen (undeutlich oder heimlich blü-hende).

Die Phanerogamen zerfielen in 23 Classen, die nach derZahl (Classe 113), dem Längenverhältnisse (Classe 14 und 15),der Verbindungsweise (Classe 1619) der Staubgefässe eingetheiltwurden, jede Classe zerfiel wieder in mehre Ordnungen. Auchbei den Kryptogamen führte er Unterabtheilungen ein.

Die Forschungen Linnes erstreckten sich aber nicht allein aufdie Pflanzen, auch für die Thiere versuchte er eine systematischeEfntheilung zu ergründen.

Doch auch das Linne'sche System fand Gegner, so in demvielseitigen Albrecht von Haller, der höchst conservativ sich mitden Neuerungen Linnes nicht befreunden konnte, jedoch verhalltenseine Einwürfe.

Ehe wir den Einfiuss betrachten, den Linnes Forschungen aufdie Entwickelung der Pharmacie ausübten, müssen wir unter-suchen, wie es mit letzterer nach der Gründung des antiphlogi-stischen Systems durch Stahl stand.

Wenn auch die Pharmacie dieses Zeitraums durch die vielenvon den Aerzten bearbeiteten Dispensatorien, was die Anzahl vonnamentlich zusammengesetzten Arzneimitteln sowol Gemengenals chemischen Verbindungen anbetrifft, so wurde die Zahl der-selben wol vermehrt. Die Vorschriften, besonders der chemischen Prä-parate, aber zu verbessern, war die Hauptaufgabe der Apothekerdes 18. und 19. Jahrhunderts und kann denselben das Zeugniss nichtverweigert werden, dass sie nach dieser Richtung hin (wenn auchnur Einzelne) nicht unthätig waren; im 18. Jahrhundert gehenaus der Schule der Pharmacie der grösste Theil der gediegen-sten Chemiker hervor, die da treulich halfen die neue, für dieChemie wichtigste Zeit heraufzubeschwören, und bot kein andererStand ein so grosses Contingent für die Chemie als die Pharmacie.Die Apothekerordnungen der meisten Staaten verlangten indieser Zeit strenge Ueberwachung des Apothekers, wofür ihm aberauch viele Rechte eingeräumt wurden. Da diese Ueberwachung je-doch den Aerzten übertragen war, so existirte sie meist nur aufdem Papiere, in Wirklichkeit nicht, weil diesen Herren die Praxisder Pharmacie und die richtige Einsicht in das Geschäftsgetriebeabging; demnach ist das Streben nach Ordnung und Pünktlichkeit