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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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In Italien werden botanische Gärten (horti medici) errichtet,welche Gelegenheit zu gründlichem Studium der einzelnen Pflan-zen gaben. Die Sucht jedoch, die alten Pflanzen GriechischerSchriftsteller wiederzufinden, brachte nur Verwirrung in dieNomenclatur. An eine systematische Anordnung war nicht zudenken; man theilte die Pflanzen in Kräuter, Sträucher undBäume; Lobel unterscheidet jedoch schon Labiaten, Leguminosenund Compositae; Gessner ging schon weiter, er suchte die Ver-wandtschaften in den Blumen und Früchten.

Andr. Cäsalpinus wurde von Linne der erste wahre Syste-matiker genannt; er benutzt zur Eintheilung Blüthe, Frucht undSaamen.

Um die Terminologie und Systematik hat sich ausserdemJoachim Jung verdient gemacht.

Morisson, ein Schottländer, stützte sein System auf die Frucht,desgleichen John Ray (Wray), Paul Amnion, Paul Herrmanu undBoerhave. Eines der vollständigsten Systeme stellte Quirin llivi-nus in der Mitte des 17. Jahrhunderts auf und machte sich be-sonders um Feststellung der Gattungscharactere verdient.

Der Philosoph Leibnitz macht auf die Wichtigkeit des Ge-schlechts der Pflanzen aufmerksam.

Alle bis zu dieser Zeit zu Ende des 16. und Anfang des 17. Jahr-hunderts aufgestellten Systeme waren höchst ungenügend, den meistenAnklang fand erst das System des Johann Pillon genannt Tournefort,dasselbe basirte, wie das von llivinus auf genaue Untersuchung derBlumenkrone, wobei die Form der Blumenblätter zur Unterschei-dung benutzt wird; auch T. suchte die Gattungen fester zubegründen, indem er sie unter einen Gattungsnamen zu bringensuchte, die Geschlechter der Pflanzen aber anzuerkennen, wider-setzte er sich.

Pierre Magnol war einer der Ersten, der bei Aufstellungseines Systems auf die natürliche Verwandtschaft der PflanzenRücksicht nahm, nach ihm muss jede Familie ein bestimmtesKennzeichen besitzen.

Besonders reich ist diese Zeit, nicht allein an Beschreibun-gen von Pflanzen aussereuropäischer Länder, sondern namentlichan Specialfloren und Monographien, die viel zur näheren Oha-racteristik einzelner Pflanzengattungen beitrugen.

Die Cryptogamen waren bis zu Ende des 16. Jahrhundertsganz vernachlässigt, nun fing man an, auch diese in Betrachtungzu ziehen und waren da besonders der Holländer Jonghe (der-selbe schrieb über den Thallaspilz) und der Italiener Ciccarelli(er schrieb über die Trüffeln) thätig.

Das erste System über die Cryptogamen stellte Cäsalpin auf,doch stehen die Beobachtungen über die Cryptogamen noch sovereinzelt da, dass man erst Antonio Micheli und Job. JacobDillenius zu Anfang des 18. Jahrhunderts als eigentliche Be-gründer der Lehre von den Cryptogamen ansieht, Letzter beschriebund illustrirte an 1000 Arten.