Druckschrift 
1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
Entstehung
Seite
21
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

21

Unter diesen hier genannten waren es besonders Angela Sala,Joh. Beguin und Glauber, denen die pharmaceutische Chemieviele Verbesserungen zu danken hat. Van Helmont lenkte dieAufmerksamkeit der Chemiker auf die Gase, er nennt die Flammeentzündeten und erleuchteten Rauch fetter Aushauchungen undstreicht das Feuer aus der Zahl der Elemente. Wir sehen hier-aus, wie weit er seiner Zeit voraus war.

Jean Kay bemerkt schon eine Zunahme des Gewichts beimVerkalken der Metalle und dass diese Zunahme aus der Luftkomme.

Glauber und Tachenius erkannten schon, dass die Salze ausBase und Säure bestehen, letzterer betrachtet sogar schon dasGlas als ein Salz.

Aber vor allen seinen Zeitgenossen glänzt der geistreicheHob. Boyle, der neben vielen Entdeckungen in der Physik derGründer der analyt. Chemie wurde, die Chemie auf Physiologieanwandte und sich vom alchemistischen Treiben freihielt. Erstellte auch eine Corpusculartheorie (Atomentheorie) auf und er-kannte, dass die Verkalkung der Metalle und das Verbrennenvon Schwefel im luftleeren Räume nicht erfolgen könne; er waralso seiner Zeit weit voraus und wie wir aus letzterer Beobach-tung sehen, der Entdeckung des Sauerstoffs sehr nahe (siehe auch2. Abtheilung, Chemiker des 17. Jahrhunderts).

Wie nach einem Manne wie Boyle, dessen scharfe Beobach-tungen eigentlich als Schlussstein der mittelalterlichen Chemieangesehen werden müssen, noch die Phlogistontheorie Eingangfinden konnte, ist nur dadurch zu erklären, dass die Zeit-genossen die Schriften Boyles nicht lasen oder sie nicht verstehenkonnten.

Die eigentliche Goldmacherkunst oder Alchemie des 17. Jahr-hunderts war, wenn auch zum Theil frei von der Idee der Ara-bischen Gelehrtenden Stein der Weisen zu finden", doch involler Blüthe. Viele Alchemisten traten auf und behaupteten, dasGeheimniss der Goldtinktur zu besitzen; waren auch ein grosserTheil nur Schwindler und Betrüger, so war ihr Treiben doch nichtohne Nutzen für die Chemie, indem die angestellten alchemisti-schen Versuche zu manchen Entdeckungen, wie zur Entdeckungdes Phosphors durch Brand, des Porzellans durch Böttcher, führ-ten, andere sind jedoch nur als Betrüger und Abenteurer anzu-sehen, deren Zweck war, Fürsten und reiche Privatleute auszu-beuten und sich dann aus dem Staube zu machen, wie Laskarisund Consorten. Harte Strafen trafen oft die Betrüger, ja siemussten ihre Betrügereien mit dem Leben büssen. Ausführlicherfindet man die Geschichte der Alchemie in Kopps Geschichteder Chemie und Berzelius Chemie abgehandelt.

Aus dem 17. Jahrhundert sind noch folgende Aerzte anzu-führen, die für die Entwicklung der Pharmacie von Bedeutungwaren: