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stesfreiheit ihre Donnerworte in die Welt geschleudert hatten undParacelsus in der Medicin die Reform angebahnt hatte, also nach-dem das Zeitalter der Reformation angebrochen war, eine Zeit,in welcher an die Stelle der alten Scholastik (ein Ragout vonPhilosophie und Theologie) eine geläuterte Philosophie getretenwar, versuchten Gelehrte, wie Robert Boyle, Glauber und Lemeryauch in der Chemie eine klare Auffassung an Stelle der in dunke-les Geheimniss gehüllten Sprache zu setzen, wurden aber vonden- meisten ihrer Zeitgenossen nicht verstanden.
Wenn nach Erfindung der Buchdruckerkunst das gesäeteSaamenkron in der Reformationszeit erst reifen konnte, so kämpf-ten gegen diese Reife eine nicht unbedeutende Zahl von Mönchen(Huttens Dunkelmänner), unter diesen aber waren zu jener Zeitviele im Besitze nicht unwichtiger chemischer Kenntnisse.
Dass vor und selbst noch 100 Jahre nach der ReformationAberglaube und Stumpfsinn nicht völlig auszurotten waren, istjedoch begreiflich, wenn man bedenkt: 1) dass nur ein kleinerTheil des damaligen Geschlechtes zu lesen verstand, 2) dass Bücherein grosser Luxusartikel waren, die nur den Reichen zu Gute kamen;3) dass die meisten derselben nur in lateinischer Sprache gedrucktwurden, 4) dass der Clerus katholischer Länder bis in unser Jahr-hundert den Philosophen und Naturforschern schroff entgegentrat undderselbe beim Volke in grossem Ansehen stand, daher einen mächtigengeistigen Druck auf dasselbe ausübte. So musste Galilei noch100 Jahre später die von ihm erkannten grossen Wahrheiten derAstronomie, nachdem er schon lange Zeit in Rom gefangen ge-halten war, knieend widerrufen, um nur seine Freiheit, vielleichtsein Leben zu retten. Nachdem er vom Knieen aufgestanden, soller ausgerufen haben: ,,und sie (die Erde) bewegt sich doch!"Dieser Ausruf war hinreichend, ihn noch ferner im Kerker zuhalten.
Von den berühmtesten Aerzten und Chemikern des 16. und17. Jahrhunderts, von denen erstere meist Jatrochemiker waren,sind zu nennen:
Joh. Baptist Montanus, Jac. du Bois oder Sylcius, TV. Rän-delet, Valer. Cordus, Joseph du Chesne oder Quercetanus, ThomasErast, Joh. Baptist Porta, Laurent Jaubert, Leonh. Thurneisenzum Thurn, Andr. Libav, Adolph Occo, Viüorio Algarotto, Os-wald Orall, Casp. Schwenkfeldt, Raymund Minderer, Adrian vonMynsichi, Ludowico Localelli, Jeremias Gornarius, Phil. Müller,Anton Günther Billich, Philip Grüling, Mich. Sendivog, Joh.Beguin, Angela Sala, Theod. Turquet de Mayerne, Joh. Bap-tisla van Helmont, Arnold Weickhard, Gregor Horst, Lazerus leRiviere oder Riverius, Jean Ray, Werner Rolfink, Paul Guldi-nus (Preussischer Apotheker), Christ. Glaser (Apotheker desKönigs von Frankreich), Pierre Thibaut (Pariser Apotheker),Johann Rud. Glauber, Otto Tachenius, Herrm. Conring, Andr.Gassius, Joh. Dan. Horst, Franz Deleboe Sylvius, Dan. Ludowici,Joh. Zweifer, Robert Boyle.