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Aus dieser Zeit wollen wir nun folgende, für die Entwicke-lung der Medicin und Pharmacie wichtige Männer nennen:
Constantin von Carihago, gest. 1087, bereiste verschiedeneLänder und trat dann in ein Kloster, wo er viele Werke derAraber in das Lateinische übersetzte und ihnen dadurch Eingangin Europa verschaffte.
Nicol. Praepositus aus dem 12. Jahrhunderte.
Joh. und Mathäus Platearius in derselben Zeit.
Im 13. Jahrhundert finden wir unter den Khalifen Mon-stranser die Akademie und das Medicinalcollegium zu Bagdadnoch einmal sich aufschwingen, nachdem in den 5 Jahrhundertenvorher ihr Ruhm durch viele jüdische Schulen erloschen schien,es war dies aber auch gleichsam der letzte Seufzer der untei - -gehenden Cultur eines grossen Reichs.
In Europa sah es jedoch in dieser Zeit traurig mit derMedicin und Pharmacie aus, die Medieiner, Pharmaceutenund Chemiker des 12. und 13. Jahrhunderts waren meist nurAdepten und Alchemisten, sie verloren sich — den Weg der Er-fahrung verlassend — in geheimnissvolle Gaukeleien und Hessen,in abergläubische Träumerei versunken, keine reelle Forschungaufkommen. Die widrigsten Thiere, wie Schlangen und Kröten,Blut und Fett, ja sogar Excremente von diesem und jenem leben-den Wesen, mussten dem Arzneischatze ihren Tribut zahlen, icherinnere nur an Mumien, getrocknetes Menschen- und Thierblut,getrocknete Kröten und Album graecum (Hunde-Excremente).
Fast zu Ende des 13. und zu Anfang des 14. Jahrhundertssehen wir in Deutschland, England und Frankreich einige hervor-ragende Aerzte auftreten, weiter nach Norden begegnen wir, wasKunst und Wissenschaft betrifft, totaler Finsterniss, das Licht derSchulen von Salerno und Neapel reicht nur für Italien, Spanien,Frankreich und Deutschland aus. Im 13. bis 15. Jahrhundertwurden in Deutschland die ersten Apotheken errichtet; die erstederselben von einem gewissen Wiliken in Münster 1267, dannweiter in Augsburg 1285, in Nürnberg 1403, in Basel 1404, inLeipzig 1409, in Stuttgart 1458 und in Halle 1493. In London1345, in Kopenhagen 1465, in Stockholm die erste Apotheke 1552von Lucas errichtet, Diplom von Gustav Wasa. Zu SchwedischerZeit wurden in Riga von Dr. Fischer die erste Apotheke (diejetzige Langer'sche) und 1675 von Baltzer Wohler (die jetzigeSchwanapotheke) die zweite (Diplome von Carl XL) errichtet. InRussland finden sich die ersten Apotheken Ende des 16.Jahrhnuderts.
Bis zu dieser Zeit, selbst noch in den folgenden Jahr-hunderten, standen die Apotheker aber auf einer sehr niedernStufe der Bildung, sie waren theils Droguisten, theils Bader, theilsConditoren, letzteres namentlich die Französischen Apotheker; dieAerzte sahen die Apother nur als ihre Handlanger an. Ein nichtunbedeutender Theil der Aerzte hatte selbst Apotheken undhielt zur Ausübung der Pharmacie Gehülfen, die sie denDienstleuten gleich betrachteten. Dass solche Verhältnisse Anlass