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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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der Pharmacie (als angewandter naturwissenschaftlicher Theil)an Ausdehnung gewinnen und wurden Lehrstühle der pharm.Botanik und Pharmacognosie einestheils und der pharm. Chemieanderntheils auf den grösseren Universitäten Deutschlands undFrankreichs errichtet, die Professoren und Studirenden dieserFächer zur philosophischen Facultät und nicht, wie leider nochin einigen Staaten, wo man die Pharmaceuten nicht von der ärzt-lichen Oberaufsicht zu entlassen sich entschliessen kann, zur me-dicinischen Facultät gezählt. Da nun die Naturwissenschaftenzu den philos. Facultätsstudien gerechnet werden und der Phar-maceut fast ausschliesslich diese zu hören verpflichtet ist, so istdie Hingehörigkeit zur medic. Facultät nichts weiter als ein alterZopf, den abzuschneiden wol an der Zeit wäre. Da jeder derProfessoren, der zur medic. Facultät gehört, Dr. medicinae seinmuss, so ist die Folge, dass auf solchen Universitäten nicht Phar-maceuten, sondern Mediciner die pharm. Fächer (was nicht zumVortheil der Pharmacie ausfällt) lehren.

I. Die Geschichte der Pharmacie zerfällt:

1) In den allgemeinen Theil, der nur ein Bild vom erstenEntstehen bis zur neuesten Zeit aufrollen soll und zwar:

a) von ihrer Stellung zur Medicin in den ältesten Zeiten,als sie ein Theil der Medicin war und

b) von ihrer Entwickelung als selbstständiges Gewerbe nichtallein, sondern auch als Wissenschaft; als letztere istsie ein angewandter Theil der ganzen Naturwissenschaft.

2) In die specielle Geschichte der einzelnen Medicamente,doch wird dieser Theil wol nicht mit Unrecht in den Lehr- undHandbüchern der pharm. Naturgeschichte, pharm. Chemie undpharmaceutischen Technik, bei der speciellen Behandlung der da-hin gehörenden Medicamente, besprochen.

Der Zweck der allgemeinen Geschichte der Pharmacie ist:

1) Eine übersichtliche Darstellung, ein möglich treues Ge-mälde geistigen Fortschritts zu geben, wie die Entwickelung dernaturwissenschaftlichen Zweige, welche der wissenschaftlichenPharmacie als Basis dienen, von Jahrhundert zu Jahrhundertwuchs und auch der, für sich unbedeutende Stein dem Ganzenzur Stütze zu dienen bestimmt war.

2) Soll die Geschichte aber auch den Männern, welche dieWissenschaft zu fördern sich zur Aufgabe gemacht hatten, einDenkmal setzen, indem sie ihre Namen der Nachwelt aufbewahrt,denn der Geist der Zeit ist ein Bild des Geistes der Männer, dieihr Jahrhundert durch geistige Thätigkeit zierten, oder wieGötheim Faust sagt:

Was ihr den Geist der Zeiten heisst,

Das ist im Grund der Herrn eigener Geist,

In dem die Zeiten sich bespiegeln.