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Die Pflanzenchemie : ein Handbuch für Aerzte und Apotheker ; unter theilweiser Zugrundelegung von Thomson's Organic Chemistry und mit Benutzung der besten Quellen
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III. Abiheil. Chemische Pßanzenphyxio/ogie. 771

erdigen Salzen und besonders an Kieselerde (welche z. B. bei den Grami-neen in verhältnissmässig ähnlicher Menge vorkommt, -nie die Knochenerdein den Thieren) ist gerade, wie es scheint, die Epidermis In mehrernPflanzen werden Krystallisationen von Salzen im Innern der Zellen beob-achtet, deren Bedeutung uns aber auch nicht klar ist. Wir müssen unsdaher nothwendig hier auf die Beantwortung der beiden Fragen beschränken:"Was nimmt die Pflanze anf ? und was sondert sie ab ?

Die Pflanze nimmt auf zwei Wegen Stoffe aus der Aussenwelt auf:Ans dem Boden durch die Wurzeln und aus der Luft durch die Blätter odergrünen Theile überhaupt. Während des Keimens natürlich überhaupt mit derganzen Oberfläche. — Die allgemeinen Bedingungen des Keimens sind:Anwesenheit von Wasser, Anwesenheit von Luft, eine über 0° steigendeund unter 40" bleibende Temperatur. Ein gewisser Boden ist dabei nichtnöthig, denn alle übrigen zum ersten Wachsthum nöthigen Substanzen liefertder Körper des Samens selbst und zwar besonders das Stärkmehl, unterdem Einflüsse des Wassers und der Diaslase oder irgend einer andern unsvielleicht unbekannten katalysirenden Substanz wird das Stärkmehl der Coty-ledonen auflöslich gemacht und aufgesaugt ; nach den Beobachtungen amGetreide wird es dabei in Zucker und Gummi zerlegt. Wenn sich dabeifreie Säure in dem umgebenden Wasser zeigt, ist diess wahrscheinlich eineFolge zufälliger weiter gehender Zersetzung. Ob auch die Bestandteile desWassers selbst verwendet werden, ist nicht gewiss. Aus der Luft wird nachübereinstimmenden Beobachtungen Sauerstoffgas absorbirt, Kohlensäure dage-gen in entsprechender Menge exhalirt. In sauerstofffreier Atmosphäre keimtkein Samen, dagegen scheint er anfänglich doch etwas Kohlensäure zuentwickeln. Dass bei dem Keimen chemische Thäligkeil Statt findet, ist aufgalvanischem Wege erwiesen worden und geht auch daraus hervor, dasskleine Mengen von Jod, Brom und Chlor das Keimen beschleunigen; merk-würdig ist es deshalb, dass directes Sonnenlicht dem Keimen nachtheilig ist.— Haben sich einmal die Würzelchen und ersten Blätter entwickelt, danntritt die Trennung der Functionen ein Die Wurzel bedarf nun vor allenDingen des Wassers im Boden, theils weil dieses an sich ein Nahrungsmittelder Pflanze ist, theils weil die Wurzeln nur aufgelöste Stoffe aufsaugenkönnen. Die eigentliche Nahrung für die Pflanze ist demnach die Gesammt-masse der in dem Boden sich vorfindenden auflöslichen Stoffe. Diese Stoffemüssen nun zunächst Wasserstoff- und kohlenstoffreiche sein, wie namentlichder Humus. Aber die Pflanze nimmt auch Salze anf; jedoch nach überein-stimmenden Beobachtungen nicht ohne Wahl, insofern sie d'e ihr wenigerzusagenden im Boden zurücklässl. Es sind daher im Allgemeinen diejenigenBodenarten die besten, welche die verschiedenartigsten Salze enthalten, wiez. B. verwitterter Granitboden. Die Lehre vom Fruchtwechsel gründet sich

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