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V o r w o r t.
kennen lernen will, die Kenntnis» keines Stoffes und seinerwichtigsten Beziehungen zu andern erspart werden — am wenig-sten in der organischen Chemie, wo das ganze Verständniss aufKenntniss der Zersetzungsprodukte und auf ausgedehntester An-wendung der Analogie beruht. Zudem kann ja auch der Prak-tiker nie wissen, wann und unter welchen Umständen ihm dieKenntniss irgend eines Stoffes, der früher nicht wichtig schien,wünschenswerth sein wird. Also Vollständigkeit im thatsäch-Jichen Theile war erste zu erfüllende Bedingung. Ich glaube,dass dieselbe so ziemlich erfüllt worden ist. Nun kann manzwar Thomson keineswegs den Vorwurf machen, ganz eine so-genannte „medicinische Chemie" geschrieben zu haben, aberman wird bald finden, wie viel er wegliess, ganz abgesehennoch von dem unstatthaften Verweisen der meisten organischenSäuren, des Alkohols, Aethers u. s. w. in die anorganischeChemie. Diese Vollständigkeit musste sich, dem Zwecke ge-mäss, nicht allein auf Eigenschaften und Zersetzungen, sondernganz besonders auch auf die Darstellungsweisen erstrecken, undgerade hierin war Thomson sehr mangelhaft. Dass von denSalzen der organischen Säuren und Alkaloide nur die allgemei-nen Charaktere und dann in der Anmerkung nur die praktischwichtigen speciell angeführt wurden, wird man hoffentlich bil-ligen — Thomson hätte, statt genauer Aufzählung aller einzelnenSalze, lieber manches Andere aufnehmen können. — Die ganzdem Unterzeichneten angehörigen Andeutungen (denn mehr sol-len sie nicht sein) über die, besonders pharmaceutische, Be-nutzung der Stoffe wurden grösstentheils in Anmerkungen undAnhänge verwiesen; sie enthalten weit mehr, als Thomson gab,aber Manches, was dieser hat, z. B. einige Becepte zu Firnissen,zu Gebacken u. s. w., absichtlich nicht. In denjenigen Abschnit-ten, wo Droguen vorkommeu, also der ganzen letzten Abthei-lung , wurde das pharmakognostische noch weniger, als vonThomson, und überhaupt nur bei den Pflanzensäften in so weitberücksichtigt, als es zur Characterisirung des Stoffes gehörte.