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Fragmente über Recensenten-Unfug : eine Beylage zu der Jenaer Literaturzeitung
Entstehung
Seite
131
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»rer Schauspiele keine gute Spur in uns zurück, machen»keinen großen Gedanken in uns rege —"

Der Verfasser sollte nicht uns sagen, von ihm willich das Alles wohl glauben.

»und wenn wir gerührt sind, können wir uns sicher»zurufcn: wir sind wahre Thoren, daß wir gerührt»sind!»

Das ist wohl der Triumph der Hypothesensucht, daß,wenn etwas nicht in unsere Hypothese paßt, und wir csdoch nicht weglcugnen können, wir lieber sagen; wir sindThoren, daß es so ist. Oben wurde behauptet, das deut-sche Theater erobere nur durch Schrecken und Verzweiflung,und bringe Schmerz, aber nicht Rührung hervor. Hierwird nun zwar die Rührung zugesianden, aber sie ist eineLhorheit.

Man übersehe doch noch Einmal die Gedankensprün-ge: der Dichter stellt dar als Egoist <— er würkt nur aufden Zuschauer durch verwandte Individualität — daherbleibt keine gute Spur zurück — daher ist unsere RührungThorheit.

Wenn nun auch der Vordersatz richtig Ware, wie in^ aller Welt kommen wir zu der Schlußfolge? — kanndenn das Individuum eines redlichen Dichters nicht aufdas verwandte Individuum eines redlichen Mannes wür«ken? — und warum soll diese Würkung mit dem Namender Thorheit gestempelt werden?

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