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„So bald aber dieser Vorwurf gerecht ist — (nichtVorwurf sondern Lob,) „so aiebt er uns Befugniß, die»Frage: kann der Deutsche ein Nationaltheater haben?»gänzlich zu verneinen."
Das Ncniliche würde nicht allein vom Theater, son«dern von jedem Zweige der schönen Künste gelten, weil csimmer nur Empfindungen sind, die in die Empfindungder Nation ausgenommen werden sollen. Wir haben alsokeinen Nationalroman, kein Nationalgedicht, keine Natio-nalmusik u. s. w. Es ist ein gewöhnlicher Fehler der Hy-polhesensncht, daß sie;u viel bewcißt.
„So bald der deutsche Dichter Individualität eines»Charakters zeichnen will, sieht er nirgends jene allgemei-»nen Bestimmungen des Nationalcharakterö, in welchen«er gleichsam auf einen Anfang stößt, und Griff und Hand-»habe zur Behandlung seines Gegenstandes vorfindet."
Dieser Griff und diese Handhabe sind die menschlicheNkatur überhaupt, und kein Natioualcharakter. DerDichter zeichnet Laster, oder Tugenden, oder Leidenschaf-ten, nicht wie eine Nation sie hat, sondern wie sie immenschlichen Herzen liegen, und durch Temperament, Si-tuationen u. s. w. modificirt werden.
„Darum muß es schwer werden, seine Charaktere zu er«»kennen, denn er kann ihnen nicht jenes Allgemeine der»Nation beygesellcn, durch dessen Absonderung ihre in-dividuelle Natur erst hervorspringen würde."
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