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erwirbt er sich eben keinen Ruhm damit; das Schriftgenwird in seiner Vaterstadt kaum bemerkt. Die wenigstenhaben es gelesen, und die es etwa gelesen haben, schwei-gen gutmüthig, weil sie die Lage des armen Jünglingskennen. Der Verleger hat einige Louisdor dafür bezahlt,und auch der hohe Gönner ist vollkommen zufrieden, denndie Geburtstags-Ode sicht an der Spitze des Merkchens.
Fünf Jahre verstreichen; das Liederbuch ist langstvon aller Welt, und von dem Verfasser selbst vergessen.Fünf saure Jahre hat er sich als redlicher Mann und guterSohn kümmerlich durchgeholfen, und immer mit leerenHofnungen abspeisen lassen. Jezt sind seine Kräfte fast er-schöpft, er selbst wird mißmuthig und sein Mädchen grämtsich. — Endlich erscheint der frohe Augenblick, der seinemMangel ein Ende machen soll. Ein alter Sekretair stirbt,der hohe Gönner hat würklich schon die Bestallung aus.fertigen lassen; sie liegt zur Unterschrift auf seinem Tische;Morgen soll sie unterschrieben, übermorgen der neue Se-kretärin Eid und Pflicht genommen werden. Mil diesenheitern Aussichten verläßt er das Vorzimmer des gnädigenHerrn, fliegt die Treppe hinab, grüßt freundlich einenfeiner Nebenbuhler, der eben mit einer Rolle Papier unterdem Arm heranfsteigt» eilt auf die Strasse, berührt dasPflaster kaum mit den Fußspitzen, kömmt taumelnd nachHause, sinkt in die Arme seiner Mutter, seiner Geliebten,und verkündet ihnen stammelnd sein nahes Glück. Allesjubelt, Alles nimmt Theil an der Freude. Es wird aufden Abend eine Schüssel mehr bestellt — es wirb ein Glas
Wein