„Ich bin der Wegweiser des Gartens."
„Ey mein Freund, in einem Garten braucht man„keinen Wegweiser."
Mit diesen Worten wendete er dem zudringlichenMenschen den Rücken, gieng wohlgemut!) an der Linden-Hecke hinab, pflückte eine Blüte, und achtete es nicht,dass der Fremde ihm nachbrummte: „der gehört auch zumpödei, zum großen Haufen.«
Moral: Wer sich irgend eine Wissenschaft zum
Ziele sezte, das er zu erreichen strebt, der nimmt gernBelehrung von erfahrnen Wegweisern an, die ihm vor Ne»ben- und Irrwegen warnen. Wer aber nur im Gartendrr schönen Literatur ein Blümgen pflücken will, der fin-det es übe: flüßig und lächerlich, wenn man ihm vorzuschrei-ben wagt, welches Blümgen er pflücken, und wie er denGeruch desselben finden soll. Der Eine riecht lieber an ei-ner Rose, der Andere an einem Vci'gen; und wenn csauch hin und wieder einen Stumpfs,nni-gen gäbe, der ei-ne Tulpe brache, die gar nicht riecht, oder wohl gar- ir-gend ein stinkendes Kraut, wen in der Welt geht es Et-was an? Drum hebt euch weg ihr unberufenen Wrgwcr.ser! Laßt jeden Gärtner oder Gartncrjungen sein Baum-lein, seinen Strauch oder seine Grasblume in den großenGarten pflanzen, dessen Boden von der Natur vor Anderndie Eigenschaft empficng, daß das Unkraut in demselbennicht wuchert, sondern von der Zeit ausgcjatet wird.
Wer meiner Fabel nicht traut, den verweise ich aneinen kompetenten Richter— -Hume — der, ohne Ein-kleidung, mit dürren Worten bas Nemliche sagt: Ueber
Wahr-