Glaubwürdigkeit der Vita Ileunouis — Benno und der Zehutcnstrcit. 557
Narrativ von St. 2808, der dem hier am Anfang schon hervorgehobencn Stückvorangeht, ist gegenüber den gleichfalls auf Nr. 7 aufgebautcn Sätzen erweitertdurch die Einschievnng des Umstandes, worüber Benno klagte: ss suosgusontseessorss nostrornin omtsesssorum, sciüest nvi nostii Xiiommäi^) st earipütris nostii donns insinorias Ilsivriei impsrotorum korsitan in das causa,ignoranter cielinguentinin tsmporibns innttas infurias (sto,) sustiimisss, fernerdurch Hervorhebung des Grundes bei der für das bisherige Verhalten desKönigs vorgebrachtcn Entschuldigung: aetatis tsnsritats ae guorunclain eon-siiiariornnr nostrornin tune tsmporis fnvenluti nostras provicksntiunr ctis-snasions.
Auf St. 2808 (Nr. 21) folgte St. 2814 (Nr. 22), vom 27. Januar 1079 '->).Aber diesem neuen echten Stücke sind wieder Fälschungen Benno's voran-gegangen, wie mit Brandi, 153 u. 154, gewiß anzunchmcn ist.
Die der schon besprochenen Fälschung Nr. 11 so unmittelbar nahe stehendezweite unter Otto's I. Namen gehende gefälschte Urkunde Nr. 13 — zum7. September 972 — muß zunächst entstanden sein, woran dann Nr. 8, dieletzte der Arnolf-Fülschungen — zum 16. Juli 895 — sich weiter anschloß 2").In diesen beiden Fälschungen spielen angerufene Entscheidungen großer geist-licher Versammlungen, in der ausführlichen Narrativ von Nr. 13 die jussn stconsilio des Papstes Johannes XIII. — schon vorher Erwähnung der apostolieaaustoritas — pro aecelesiastieo üonors stabilisnäo versammelte Synode vonIngelheim vom Herbst 972 und in Nr. 8 die patrum nostrorum apostolieornm§orinosi scitiest ao Ltspbani.jussis st llortatiovibns einbcrufene Synode vonTribur 895^), eine ganz besondere Rolle.
Die Prachtnrkunde St. 2814a (Nr. 23) zeigt bloß in den St. 2814entnommenen Stellen einige kleine Abweichungen gegenüber der Vorlage. Ein-geleitet ist der Zusammenhang des Einschiebsels über das Seelenheil mit:kromisit etiam nobis prekatus episcopus äseauo estsrisgus siusclem seelssiasclsriois astipulantibus, iluin losus mauerst integer st inässtrnotus (ste.);ferner heißt Siegfried hier: earns ssrvisus nostsr, und von den anderenKämpfern steht: gut pro uostro Ponors äeksuilsllcto in pnblieo bsttocorrusrnnt.
Als die jüngsten Fälschungen, die aber gewiß auch Benno zuzuschreibensind, bleiben noch die Ersetzung der vorher noch zu St. 2808 gebrauchten, hierin n. 17 benrtheilten Fälschung des junior Imäsevicus — zu 848 — durchdie jetzt vorliegende Fälschung Nr. 4, weiter Nr. 1 und Nr. 3 — auf dieNamen Karl's des Großen zum 19. December 803 und Ludwig's des Frommen
18) Scheffer-Boichorst, in der in n. 16 genannten Abhandlung, 82, ist, besonders dain der Verfügung von 8t. 2808 nochmals von avi ^atrisgus nostri atgus nostro. ostoro-rnmqns vicksliost rsAnrn, qui in saucksin Lsoslssiarn ju3ti«iani sibi äsns§an<1o psooa-vsrnnt, aniinarnna rsrnsckinnr st lidsratio die Rede ist, der Ansicht, der Zehntenstrert habeschon unter Konrad II. begonnen. Eher erblickt man mit Brandi, 149, darin einen mittel-baren Protest gegen die Gültigkeit der echten von Konrad II. und Heinrich III. Korvei inSachen der Zehnten gegebenen Urkunden 8t. 1863 und 2140.
19) Daß 8t. 2814 nicht zu 1073 — so Jostes in seinem Abdruck, 52 —, sondern zu 1079anzusetzen ist, versteht sich von selbst (vergl. Bd. Ill, S. 189, wo aber eben die Ausführungüber die Zurückhaltung der Urkunde seit 3o. October 1077 ganz wegfallen muß). Uebrigenshat Gundlach, 1. o.. 129—131, dargethan, daß 8t. 2814 infolge einer großen Zahl von Eigen-thnmlichkeiten des Stiles, die an den Dictator Adalbero 0 erinnern, diesem als Autor zu-zuschreiben ist.
20) Die von Brandi über die Reihenfolge der Entstehung dieser Fälschungen, 134—
136, vorgebrachten Beweise über die Abhängigkeit der Nr. 13 von der echten Nr. 19— 8t. 2404 Heinrich's III. von 1051 — und wieder der Nr. 8 von Nr. 13, sowie von derechten Nr. 21 (8t. 2808 ), sind unabweisbar. Für die Jngelheimer Synode, mit ihren vielenBischofsnamen, hatte Nr. 13 eine nicht mehr vorhandene Vorlage rn wirklichen Synodal-acten (Köpke-Dümmler, Kaiser Otto der Große, 491 n. 1); zu dieser Synode fügte dann aber8t. 2814 noch weiter bei: raacliantidus 1sxati8 UornLni8. Hinsichtlich Nr. 8 schließt Böhmer-Mühlbacher, 1. o., I, 697, die für die Fälschung geopferte echte Urkunde Arnolf's ser vom16. Mai 895 datirt gewesen. Wegen der Nennung des oonoilinnr tsrtinrn Lnrins rn8t. 2814 möchte man "schließen, es sei eine gefälschte Urkunde, auf die diese Erwähnung ftchbezog, verloren gegangen. ^ ^
21) Ueberhaupt ist in Nr. 8 die päpstliche Autorität aufs stärkste hervorgehoben: ernefrühere Entscheidung a-postolloa auororitats st sinockali .juäisio, diejenige zu Trrbur:nt LtsxliLnns xaxa äit'tririvit st litsnr intsr sos Ltsrata institntions ciirsrnit.