464
1005.
seinen Leidensgcnossen, durch die Simonisten in die Verbannunghineingestoßen worden war"). Als ein Gesicht stellt er den ganzenVorgang dar. Die Kirche Sion erscheint als ein von Stürmenerschüttertes, von Leviathan bedrohtes Schiff, das aber von Maria,der Mutter des Herrn, aus seiner Bedrängniß errettet wird. Dannführt Maria, nachdem sie den Mönchen, so weit sie unwürdigeSöhne des Herrn seien, ihre Verschuldung vorgerückt hat, Sionals Braut dem Bräutigam Christus zu; in einem vertraulichenGespräche klagt sie diesem ihr Leid und bittet ihn um Schutz gegendie Ehebrecher, worunter die Simonisten verstanden werden").
Gleich am Ende des ersten Gedichtes ist die klägliche Lage derKirche ausgemalt, die jammert und weint, nicht weiß, wen sie zurUnterstützung anrufen solle, wer ihr Heilung bringen werde, währendNero — Heinrich IV. — Rom inne hat und Simon — Wibert —Papst heißt"), und diese Grundstimmung geht dann durch dasGanze weiter. Dabei finden sich hernach in die weiteren Gedichteallerlei deutliche historische Hinweise auf die Lage der Dinge be-sonders im Bisthum Lüttich eingestreut. So schließt sich an einennochmaligen Blick auf Nom, von wo der oberste Priester — Gre-gor VII. — in die Flucht getrieben wurde, so daß er in der Ver-bannung starb, wo jetzt — nach dem biblischen Bilde — das Thiereinem Lamme gleich zwei Hörner zeige und wie ein Drache rede,weitere Klage an. Es ist hier von dem gesprochen, was der Bischofvon Metz — Hermann — Alles erduldet habe, als Attila — Hein-rich IV. — gallische Städte verbrannte und der heilige Stephandrei gegen den vertriebenen rechtmäßigen Hirten seiner Kirche auf-gestellte Eingeschobene niederwerfen mußte, ehe er Hermann zurück-zuführen vermochte"); in ähnlicher Weise fügt da der Dichter die
") Das ist des Nouasbi exulis s. Imursntii oprweulum, hcrausgegebenlnbslli äs lits, III, 624—641, das nach Dümmler's Ausführung, Neues Archivder Gesellschaft für ältere deutsche Gcschichtskunde, XI, 177 u. 178 (da ist— .178—194 — dieses Gedicht als ein Beitrag „zur Geschichte des Jnvestiinr-strcites im Bisthum Lüttich" auch schon abgcdruckt), auch weil andere Rupertsicher bcizulcgende Arbeiten ähnlich ausgcbreitcte Kunde der Bibel und derKlassiker vcrrathen, mit großer Wahrscheinlichkeit dem als hervorragendertheologischer Autor zu seiner Zeit hoch angesehenen Rupert, Mönch desSt. Laurentius-Klosters und Verfasser der Chronik desselben, später Abt vonDeutz, zugeschrieben wird, eine Annahme, der Böhmer, als Herausgeber in denlüdelli els lits, 623, beipflichtct. Gedicht II, v. 2, sagt: tune expulsrat ms8^mou sxulein (625).
") Das Gesicht ist von Gedicht II an vorgcbracht, Gedicht IV die Anredean die monacki (v. 7 redet die Cluniacenser an: Ham papa — Urban II. —micdi sumptuo ab illm), Gedicht V 8srino Naris, Gedicht VII—IX Wechsel-reden des SponsuZ und der 8ponsa; in Gedicht XIII, das mit v. 14 abbricht,klagt die rnatsr noatra 8iou.
In Gedicht I, v. 41-44 (625).
") Gedicht IX (auf die zweite Rede des 8pon8U8 die zweite Antwort derLponsa, wo eben v. 27 u. 28 an Xpoe. XIII, 11, anklingen) sagt, v. 37 ff.:Ästtsnsis anti8t68, proknguo äiu, papam ssoutus, xlurirna pertulit. 8st rlignaLS8S Iseit i8, gut nou tulit igns clomum psruri, eum eivitatss Xttbila 6a1licasüanuuis eremarst (vergl. Bd. III, S. 131, über Heinrich's IV. Kriegszug gegen