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4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
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1094.

ziehung zahlreicher Bibelstellen zur Bekräftigung seiner Ausführungen,eine dringende Ermahnung zum Frieden. Er begann, daß für einjedes Reich Eintracht nützlich, Gerechtigkeit begehrenswerth sei.Wer also in innerer Zwietracht vorgehend Andere zur Vergießungvon Menschenblut reizt, ist sicher ein Mann des Blutvergießensund ein Theilhaber dessen, der, wie der Apostel Petrus sagt, nachBlut dürstend herumgeht, zu suchen, wen er verschlinge"). Sosoll Ludwig, weil Gott ein Gott des Friedens ist, nach Kräftenmit Allen Frieden halten. Denn Widerstand gegen Gottes Ordnungzieht die Strafe des Herrn nach sich, und so sind, nach dem Wortedes Propheten: „Untergehen werden die Männer, die Dir wider-stehen""), der Gegenkönig Rudolf, Hildebrand, Markgraf Ekbert,ungezählte Fürsten, die Gottes Ordnung in Kaiser Heinrich IV.Widerstand leisteten, untergegangen: schon ihr Anfang war einübler, so daß das schlimmste Ende nachfolgte. Walram schlugalso dem Landgrafen vor, nunmehr in unmittelbarer Unterredung,während sonst stets die Gegner nur von ferne mit ihren Beweis-gründen kämpften, die Meinungen von beiden Seiten einandergegenübertreten zu lassen, nach Ludwig's Belieben, wo er ent-scheide, am besten an dessen Wohnorte selbst. Entweder wolltedann Walram zur Ansicht des Gegners übertreten, oder seine Sachewürde siegen, und dann gewinne er aus diese Weise den Landgrafenfür seinen Herrn, den Kaiser.

Als Landgraf Ludwig diesen Brief empfangen hatte, rief erden Bischof Herrand von Halberstadt zu sich, theilte ihm das Schreibenmit und bat ihn, die Antwort zu verfassen. Dieser ließ den NotarLudwig's kommen und sagte ihm die Antwort in die Feder").

Schon gleich die ersten Worte"), das Citat aus Lukas: „Sowie der gute Mensch aus dem guten Schatze seines Herzens dasGute hervorbringt, so bringt der böse Mensch aus dem bösenSchatze das Böse hervor""), dann weiter die Frage, woher Walramdie so große Anmaßung geschöpft habe, daß er den Landgrafendurch so beleidigende Schmähungen zum Unwillen reize, zeigen dieStimmung, aus der heraus die Antwort verfaßt wurde. Walramwird vorgeworsen, er nenne die Herren und Väter, die den Land-grafen auf dem Wege der Gerechtigkeit bestärken, satansgleicheMänner des Blutvergießens; aber sein Mund lehre nur Ungerechtig-

ixsuin act orania äovotissimum. Der Stil des Briefes ist schwer, kurz gefaßt,an einigen Stellen ziemlich dunkel und nicht leicht zu verstehen.

") l. Lpist. kstri, V, 8.

") .lesaja, XI4, ll.

^) Das ist in den einleitenden Worten der Minist, s. vwiboäi zu derAntwort erzählt (287), wo die allerleidenschaftlichsten Ausdrücke gegen Walramgebraucht werden: liogna blaspbsnmntis, 08 ioigua protsrentis contra fusti-tiara ... ns awxlins contra ecclesiani Oei latratus prokorret insanos etüirerst.

") Die Antwort beginnt mit: 6oins8 Imrlovicus äoinino IValtramoguicguict tali voeabulo äignuin sst (287).

") Inck. VI, 45.