Druckschrift 
4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
Seite
416
Einzelbild herunterladen
 

416

1093.

Die weltlichen Fürsten Sachsen's handelten, seit der Entfernungdes Kaisers, ohne Zweifel ganz nach eigenem Entschlüsse. Wiesehr großes Gewicht Heinrich IV. aus den Anschluß der Söhne desverstorbenen Otto von Nordheim legte, beweist der Bericht seinernach Sachsen gehenden Boten, der auch zeigt, daß Graf Heinrichder Fette gerade zur Zeit ihrer Meldung auf einem selbständigunternommenen Feldzuge abwesend war"). Einen geradezu glänzen-den Erfolg trug vollends Herzog Magnus in diesem Jahre davon.Gerufen durch den Sohn Godschalk's, Heinrich, der in das seinemVater 1066 durch den gewaltsamen heidnischen Rückschlag entrisieneLand wieder zurückgekehrt war und nach der Hinwegräumung desFürsten Cruto dem Herzog seine Treue und Gehorsam geschworenhatte, war dieser mit einem ansehnlichen sächsischen Aufgebote Heinrichzu Hülfe gekommen, und eine große Schlacht gegen die Slaven,die im polabischen Gebiete geschlagen wurde, entschied zu Gunstendes Herzogs und Heinrich's, dessen Machtstellung sich nun unterseinen Volksgenossen sehr befestigte. Vierzehn Burgen der slavischenGegner wurden genommen").

Aber auch an diesem Siege hatte Heinrich IV. keinen Antheil.

Eine hauptsächliche Mahnung, die Bischof Ruopert von Bam-berg in jenen einleitenden Worten zur Berichterstattung der beidenBoten Heinrich's IV. an diesen selbst richtete, hatte gelautet: „Undes ist sehr nothwendig, daß Ihr so bald als möglich zu uns zurück-

die Abtei übernommen hatte (Jaffe, Libliotb. rer. 6erman., I, 70), als sue-cesoor eine (se. Lennonio), 1090 als clesiZnatus epieeopne genannt ist,dann am 15. Juli 1093 wieder als Abt von Korvei erscheint (OsnabrückerUrkundenbuch, I, 175—177, Erhard, RsZeota liistorias TVestkalias, I, 20bu. 207). Zu 1093 haben die Osnabrücker Annalen: iVlarquarckus est ckexo-8itu8; TVxäo oueeeseit (Osnabrücker Geschichtsquellen, I, 2). lieber diesenWido (vergl. Bd. III, S. 584—591) haben Osnabrücker Urkunden (I- e-, 177,178) zu 1090 die Nennung als prasxooitns, zu 1094 als sxiseopns.

Vergl. in dem in n. 35 erwähnten Berichte: Ileinriens .. . eumexereitu ^Veotpllaliam inZrs88U8, nonckum est rsvsr8N8 (I. e-, 171). Dashing wohl mit dem ob. S. 385 erwähnten Kampfe zusammen.

") Mit der Nachricht der Xnnal. Ililckeslrsimens.: LlaZnue, äux8axonnm, Lclavns redellantes, 14 urbibu8 eaptis, subegit (88. III, 10k)möchte Giesebrecht, Wendische Geschichten, II, 186—188, die der mündlichenUeberlieferung entnommene Erzählung Helmold's, 6bron. 81avoruin, lud. I,e. 34 (88. XXI, 37 u. 38), verbinden, wo allerdings Magnus mehrmals be-stimmt erwähnt wird: llsinrious, tiline Oockesealei (vergl. über diesen zuletztBd. II, S. 150). . . . aeeessit aä änesm Zlagnuin ... st inagnikieatns estapnä sum tseitqus ei zuramsntnm kiäelitatis ao subseetionis, weiter:Xnneiatuinque eet Ileinrieo, quin sgrssono set 8elavornm sxereitus aääeetrnsnclum sum. Lt statim äirsxit nuneios ack aeeersienckum clueemNaZnum et tortissimos Larckorum, Ilolxatorum, 8turmariorum atqueMrstmareornm, qni omns8 oeeurrsrunt prompte animo et voluntario eoräe,worauf die Geschichte der Schlacht in terra, kolabornm in eainpo qni äieitur2milouve (Schmilau, im Ratzeburgischen) folgt. Auch Dehio, Geschichte des Erz-bistums Hamburg-Bremen bis zum Ausgang der Mission, II, 36, setzt diesesiegreiche Schlacht zu 1098, stimmt also Giesebrecht bei.