der bischöflichen Gewalt befunden, und er war, sobald sich derGegensatz zwischen Heinrich IV. und dem sächsischen Stamme ver-schärft hatte, einer der Hauptgegner des Königs geworden. Inder Schlacht bei Melrichstadt war er kaum mit dem Leben davongekommen; dem an der Wunde aus der Schlacht an der Grüneverstorbenen Gegenkönige Rudolf hatte er in seinem Dome dasGrab bereitet; aber wohl das sprechendste Zeugniß für Werner'sHaltung war, daß Bruno ihm das Buch „Vom sächsischen Kriege"widmete. Es ist gewiß richtig, daß Werner wahrscheinlich daseinzige Mal für eine Sache des Kaisers und des Reiches eintrat,als er im Jahre 1088 am Quedlinburger Fürstengericht über Ekberttheilnahm. Zwar hatte sich jetzt der Bischof in seinen letzten Lebens-jahren mehr zurückgezogen und anscheinend nur noch den geistlichenAngelegenheiten sich hingegeben, ganz besonders der bis 1091 voll-zogenen Einrichtung des Klosters Aldenberg, in dessen St. Peters-Kirche dann auch der von Hamersleben, wo Werner gestorbenwar, nach Merseburg gebrachte Körper bestattet wurde. DerSchwabe Bernold beklagte laut den Tod dieses getreuen Kämpfersfür den heiligen Petrus; denn er meinte, in ihm sei der einzigein der Verbindung mit Rom gebliebene sächsische Bischof hinweg-gestorben ").
Indessen war das nun doch nicht in so ausgesprochener Weise
^") Bernold berichtet, Werner sei post multas oontliotationss oontrasoismatieoruin tsrgivsrsatiouss taullsm in killstitats sauoti pstri — 3. Illusllanuarii — gestorben: st eatdolieis inaZnaiu tristioiam, st sxoommuuieatismagnam Istioiam obsuullo rsliquit —, mit der Beifügung: gui Lotus tunein 8axouia oatdotioas ooininunionis spiseopus rsmausit (455). Die schonBd. I, S. 155, n. 70, als inhaltlos bezeichnet! Vita Vsruksri sp. Äsrss-durg. spricht in s. 4 vom Tode Werner's (88. XII, 248). Die Vita ist einzigans der Vita pauliuas des Sigeboto, die Mitzschke, Thüring.-Sächs. Geschichts-Bibliothek, I, herausgab, compilirt, wie Mitzschke, t. s., 136 u. 137, undE. Willrich, Die Odrouioa spisooporum LlörssdurASusium (Göttinger Dissert.,1899), 4 u. 5, zeigten, und zwar entstand sie, da die Vita Paulinus nich, vor1122 oder 1123 geschrieben sein kann, nach dieser Zeit. Die nach der Vits.IVerntreri entstandene 6drou. sxisoop. Llsrssdurgsns. spricht in e. 11 (88. X,184 u. 185) von Werner und hebt die baulichen Leistungen des Bischofs ganzbesonders für das 1091 — Kirchweihe durch Erzbischof Hartwig von Magde-burg — hergestellte und endgültig mit Mönchen besetzte Kloster Aldenberg cheiMerseburg) hervor, nennt auch die eurtis sua Hamersleben als den Platz, wodie Todeskrankheit einsetzte. Das Todesdatum haben zu prillis Illus llauuariidas Calendarium von Merseburg (Kehr, I1rk.-Buch des Hochstifts Merseburg,Geschichtsquellen d. Provinz Sachsen u. angrenzender Gebiete, XXXVI, 976), dasLorscher Todtenbuch (Böhmer, Vout. rsr. ösrruau., III, 144), die Vita paulinas,s. 37, und danach die Vita Vsrndsri, e. 4, und der Bers in der Odrouiea, e. 11;der Merseburger luder esusuum bezeichnet mit vigitia octavs spz-pdanioden gleichen 12. Januar (Kehr, I. o., 1045: vergl. dort auch, 71—73, Regestenzur Geschichte Werner's). Einen gedrängten lleberblick des Lebens Werner'sbietet wieder Benz, die Stellung der Bischöfe von Meißen, Merseburg undNaumburg im Jnvcstiturstreite unter Heinrich IV. und Heinrich V., 16—26(nur ist da, 25, der richtig hervorgehobene Antheil Werner's an Ekbert'sAechtung irrig zu 1089 angesetzt).