UrbanII-inUnteritalien. Verlockung König Konrad's zum Abfall vom Vater. Z91
Während dieser Frühjahrswochen traf nun aber den Kaisereine Nachricht, die ihm die Gewißheit alsbald aufdrängen mußte,daß seine ganze noch bisher festgehaltene Stellung in Italien aufstiefste erschüttert sei. Das war die Meldung, daß ihn sein eigenerSohn, dem er die Stellvertretung in Italien übergeben hatte, ver-rathen habe.
König Konrad hatte das zwanzigste Lebensjahr angetreten.Er wird als ein junger Mann von stattlicher Erscheinung, schönenKörpers, schlanken Wuchses, geschildert; Tapferkeit, Muth, ernsteGesinnung, ein barmherziges Gemüth, Zugänglichkeit und Billigkeitfür jedermann werden ihm nachgerühmt. Aber es ist ein gänzlichim Lager der Kaiserfeinde stehender Zeuge, der so spricht, uud dasZutreffendste, was er von dem jungen König sagt, wie er das aucham ersten von^MMchM„xxMt^.-.jK.die. .völlige Ergebenheit an diekatholische Mrche, gegenüber dem apostolischen Stuhle, daß er mehrder Religion, M.HLr.Mgienmg,. und, dsn-WaAM,„.zugeneigt ge-wesen sei. VWeicht.Mo»' dreser/Urfache, .mem'MiWch dieseausgeprägte Stimmung von Anfang an Konrad's Seele beherrschthatte, bestand zwischen Vater und Sohn Meinungsverschiedenheit;der Auftrag, den der Kaiser in Bezug auf die Gebiete der Groß-mutter des jungen Königs diesem gegeben hatte, mochte in ihmdas Unabhängigkeitsgefühl noch gesteigert haben. Aber ohne Zweifelzur Ueberraschung des Vaters geschah der Abfall zu der Gegner-schaft.
In Canossa hielt es der Ruhmredner der Gräfin Mathildenoch später für ein Hauptverdienst derselben, daß sie den Sohnvom Vater abspenstig gemacht habe, und so ist an dieser Ursachedes Abfalles, die also nicht bloß von gegnerischer Seite — hierdann offen genug — auf Mathilde zurückgeführt wird, sicher nichtzu zweifeln. Wenn in einer die zugleich schändlichsten und un-wahrscheinlichsten Beschuldigungen gegen Heinrich IV. enthaltendenErzählung der Entschluß Konrad's auf Erwägungen zurückgeführtwerden soll, die mit der Stiefmutter des jungen Königs, derKaiserin Eupraxia-Adelheid, in Verbindung gebracht werden, so istdem jegliche Glaubwürdigkeit zu versagen. Wohl aber hat da-durch, daß die Gräfin den Sohn von der Sache des Vaters los-
Irofs sinockuin Iseit (88. III, 182). Non der Synode zeugen die Acten, mitder Angabe: V. Ickns ölartii oonvenit Orosas in ^pnUs. ooneiliuin spiseo-I>ornm Isrs OXXV, abbatuni XII (Mansi, 8aeroruin oonoiliornm novo, etampliss. oollsetio, XX, 789 u. 790) und Bernold: Ooinnus xapa Ilrdannsgensralsm sinockuin esntnni psns spiseoporuin in guaäragssiins, ex ckivsrsisyrovineiis in 4epulin oongrsgavit, et ckivsrsis asolssinruni nsosssitatibussinoäali xrovisione eoinpstentsr sneenrrers enravit (446). Urban's II. obenS. 350 in n. 32 erwähnter Schutzbrief ck. 5483 ist in inonte Oargano ge-geben; zwar sagt Ortlieb, Os lunäations inonast. Xviviläsns., Inb. I, e. 12,daß der durch den Grasen Mancgold von Beringen delegirte Dietrich von Baum-burg — enm >Vvrntisro xrssbitsro äs ^losbnsin, Nansgoläi eoniitiselsrieo — in Rom seinen Auftrag vollzogen habe (88. X, 80).