Tod Bischof Heinrich's von Lüttich; Nachfolge Otbert's. Z67
ausweisen lassen, und er sei nur auf fremde Fürbitte hin in desBischofs Gnade wieder ausgenommen worden; dann aber soll sichOtbert mit zwei von Heinrich gleichfalls gemaßregelten Aebten,Wolbodo vom St. Laurentius-Kloster in Lüttich und Liupo vonSt. Trond, in ein Einverständniß eigensüchtiger Art, sich gegen-seitig in den Ansprüchen zu unterstützen, eingelassen haben. Jeden-falls war Otbert nach Italien gegangen, und es war ihm da ge-lungen, in den engeren Kreis der Vertrauten des Kaisers ein-zutreten. So kam es, daß, als die Todesnachricht Heinrich's am» kaiserlichen Hof eingetroffen war, Heinrich IV. sofort Otbert als
I Nachfolger des Verstorbenen ernannte und nach Lüttich entließ.
Der Umstand, daß Wolbodo und Liupo mit Otbert in Lüttich ein-» trafen, mußte, abgesehen davon, daß hier gar keine Befragung derI berechtigten Wähler geschehen war, zu allerlei Gerede den Anstoß
I geben, und wenn auch die Gereiztheit der Stimmung, die in den
^ in Frage kommenden klösterlichen Anklagen zum Ausdruck kam,nicht übersehen werden darf, so ist doch die Beschuldigung nichtabzuweisen, daß eine simonistische Besetzung des erledigten Bisthums>, eingetreten war. Namhafte Geldsummen waren, wie die ErzählungenI über Otbert und die beiden Aebte hervorheben, bei den gegenseitigenAbmachungen zwischen den Betheiligten hin und her geschobenworden, und da wurde als Antheil des Kaisers ein Betrag vondreihundert Mark genannt. Otbert war am Tage vor dem Weih-! nachtsfeste in Lüttich angekommen, und er beschleunigte die Weihe-^ Handlung, die dann am 1. Februar des folgenden Jahres in Cölnan ihm vollzogen wurde. Der neue Bischof erwies sich daraufgleich »ach dieser Durchführung der heiligen Handlung, gemäß derVerabredung, den Aebten Wolbodo und Liupo gefällig^).
Für Otbert's Nachfolge kommen insbesondere Nachrichten des RupsrtiOdron. 8. Daurontii Dooäisnsis in Betracht, wo in o. 45 von dem in soolosiaDooäisnsi oanonious guiäam, Obsrtus nomine, praepositus Lanotao Orueis,erzählt wird: acospta liosntia euncti Romain, eum invonissot regem inItatia., apuü eum so in eins curia eum oeteris capsllanis oontnlit, ubiIVolboäoni nostro (vcrgl. über diesen Abt des Lütticher St. Laurentius-KlostersBd. Il, S. 517 n. 86, Bd. III, S. 276 in n. 81) tamiliaris oikoctus, et ad ipsoet oeteris regt Ilsinrieo commonäatus, tantam kamiliaritatsm apuä eumaäeptus est, nt eum ctonum episoopatus dabentsm Dooäium, nunviata sidimorte exisoopi Henriei, remitieret (nun folgt die Geschichte von der Versiche-rung Otbert's, vor Heinrich IV., an Wolbodo , daß er am dritten Tage nachdem Eintritt in Lüttlch in gewaltsamem Eingriff in St. Laurentius Wolbodo'sAbteileitung dort Herstellen werde, und wie Wolbodo viel Geld, das er dannnachher seinem Kloster zur Tilgung der Schuld abpreßte, ausgenommen habe:unäo ipso rsx 300 maroas dabuit, Obsrtus gutem non parvam incle partomaoeopit), worauf es in c. 46 heißt: Veuit igitur Odsrtus Reoäium eum so(so. lVolboäone) in vigilia nativitatis Domini (gerade diese Angabe sprichtfür die Ansetzung des Todes Heinrich's nicht schon in die Pfingstzeit — vergl.n. 55 —; denn gleich nach Eintreffen der Todesnachricht wird Heinrich lV. imNovember für Otbert eingetreten, dieser dann sogleich eiligst nach Lüttich zurück-gekehrt sein); soä niclril agoro attomptavit, priusguain in socks sua opi-soopali bonoäictiono conürmarotur. Oräinatur ergo Ooloniao priäispuritivatiovis dsatao blariao (1. Februar 1092), ibiquo tirmata sst ssntsntia