Mißlingen d. Friedensverhandlungen; Heinrich's IV. Aufenthalt i. Aachen. 159
Dessen ungeachtet trug der Kaiser im Frühjahr einen unleug-baren Erfolg davon.
Heinrich IV. hielt sich im Mai in Aachen auf, wo insbesondereeine das St. Servatius-Stift zu Maastricht betreffende Angelegenheitder gerichtlichen Entscheidung am Hofe vorgelegt wurde ^). Eineansehnliche Zahl von Fürsten ist dabei erwähnt. Die Erzbischöfe
ist), verbreitet sich Bernold, Obrem., in seinem Sinne eingehender über denBorgang: Interim Ilsiiirious omni ingsnio ot stolo, guia vi non potuit,colloguium ns üsret, eküosre voluit; sst Molos saneti kstri illo nolsnts,immo ois porioulum belli intentunts, ast oonstiotum tsrminnm xervenere.Ipse vero zustioiam 8olito mors subterkugiens st rationabili etiam oonsiliosnorum aoguissesre nolsne astssss oontempsit; unile st omnss psns suoscontra 8S mnrmurars et nonnullos sorum ab so stisoestsre kseit; nostriautem onm paos acl 8ua restisre (88. V, 446). Gleich vorher spricht Bernoldvom Tode eines Lsrtbalstus oomss, saneti ketri üstelissimus milss, deraugenscheinlich im Kampfe gefallen war: oontra soismatieos strenuissimsstimieans oecubuit (man kann darin ein Zeugniß von den fortwährendenKämpfen in den oberdeutschen Landschaften erblicken): dieser Graf war ohneZweifel ein Schwabe, zwar vielleicht ein Baier, wird aber nicht näher nach-zuweisen fein (Heyck, Geschichte der Herzoge von Zahlungen, 147 n. 511, wendetsich mit Recht dagegen, daß er dem Thurgau zugetheilt werde).
3) Den beiden Urkunden 8t. 2886 und 28ö6a, die sich auf das St. Ser-vatius-Stift zu Maastricht beziehen, von denen die erste sicher unecht ist, mußein echtes Stück — vergl. Scheffcr-Boichorst, .Vnnalss katbsrbrunnsnses, 72,n. 5 — zu Grunde liegen, falls nicht 8t. 2886 a, die Beurkundung eines Urtheilsdes Fürstcngcrichtes gegen den Grafen Gerhard von Wassenberg, der auf einBcsihthum des Stiftes gegriffen hatte, entgegen Stumpf's Verdächtigung —Die Reichskanzler, II, 483, im „Nachtrag" —, als echt anznnehmen ist; jeden-falls ist von den in beiden Stücken genannten Zeugen Gebrauch zu machen(auch an der Richtigkeit des wesentlichen Inhaltes von 8t. 2886 hegt Ficker,Reichsfürstenstand, I, 363, keinen Zweifel, und durch Breßlau, Handbuch derUrkundenlehre, I, 332 n. 2, ist darauf hingewiesen, daß ebenso die als An-ordnung Heinrich's IV. bezeichnete Verfügung: äonum vero prasposituras«iusstsm soolssiae nulli ooneessimus nisi ei gusm regia et imperatoriamanne in vnria et oapslla sna eanosllarium 8uum orstinavit, daß nämlichdie St. Servatius-Propstci mit dem deutschen Kanzleramt dauernd vereinigtfei, wofür sich seit Heinrich V. — bei Adalbert — ein erstes Beispiel findet,vielleicht auf zuverlässige Tradition zurückgeht. Die Aussage des Jocundus,Iranslatio 8. 8srvatii, e. 78, gehört hier hinein, über die Kirche zu Echt ander Maas, wo von der Beeinträchtigung des Stiftes durch den Grafen Gerhardeingehend gesprochen wird, von den vergeblichen Anstrengungen des Propstes God-schalk hiegegen: prspositus bsatas memorias dostsseaieus aäüt impsratorem,illis stiebus ^.guisgrani resistentem, worauf weitere Ausführungen über diealten Beziehungen des St. Servatius zur königlichen Gewalt: läeo gravi animaboe verbum Imperator aooepit, inäigne tulit et omnes cum so xrinoipes.Venit buo etiam Oerbarstus prinosps, in parts illino Vrajeetensinm spi-scopus nomine Ouonrastus, st guotguot sunt astisntss fustieiam st veri-tatem (eto.); die Sache kommt zur Behandlung, unter (wörtlich eingeschobener)Aussage eines senex guistam über den Sachverhalt, worauf: Xustiunt legisperiti, zuäicant rsstäi (nun erst folgt, was Jocundus eigentlich wichtig ist, dieganz an die Bd. I, S. 495—497, erwähnte gleichfalls zu Aachen spielendeSt. Remaclus - Geschichte erinnernde Vorzeigung des äomnus 8ervatins inAachen selbst (88. XII, 123—125). 8t. 2886 ist deßwcgen von Interesse, weildiese Fälschung eines der wenigen Stücke war, über die Papcbroch verfügt hatte,als er 1675 fein kropzstaeum antiguarium erscheinen ließ, so daß eben auchein Fragment davon in Facsimile da in den Xeta 8anetorum, Xpriiis, II,gegeben ist.