Erwählung d. Abtes Desiderius als Papst Victor III.; Erhebung gegen ihn- 155
Die Ereignisse, die alsbald nach dieser aufgezwungenen Er-wählung in Rom eintraten, schienen die Abneigung des neugewähltenPapstes gegen die ihm zugemuthete Würde sogleich zu rechtfertigen.Denn in eigenthümlicher Verbindung der Umstände schlug einehinterlistige Handlung des Nachfolgers des verstorbenen Herzogs
Oassinsusis abbatis antsguam sgo Romain vsnsrim kaotam . . . oui tamsgo guam st ostsri kratrss mei sauotas Romanas soolesias tilii . . . protemporis inürmitats asssnsum prasbuimus. Andere Zeugnisse über Victor's III.Wahl sind im Weiteren kürzer aus Italien geboten, erstlich durch die infolgeübereinstimmenden Wortlautes hier wieder aus die gleiche Quelle zurückzuleiten-den Pennal. 6avsns.: vssiäsrius abbas Romas in Viotorsm pap am invitussligitur ab spisoopis st earctinalibns Romanis ipso äis psntseosten undXnnal. Oasinsns., die etwas kürzer sind (88. III, 191, XIX, 307), dann durchLupus Protospatarius, doch a. 1087, mit Erwähnung des oonssnsus guorum-äam nobitium Romanorum, und mit der Beifügung: vivsnts aäbuo OIs-mente papa gui lusrat Ravennas arebispiseopus (88. V, 62), Aber auchdeutsche Nachrichten haben augenscheinlich in Verwechslung mit der erst 1087(vergl. dort bei n. 36) geschehenen Weihe diese Wahlhandlung erst zu 1087 er-wähnt, so besonders Bernold, der zuerst Wibert anklagt, daß durch seine Schuldder apostolische Stuhl — und er sagt: jam bisunio — des gesetzlichen Hirtenentbehrt habe, und dann sortsührt: Ilnäs cum omnss oatbolisi msrito äols-rent, tanclem sanetas Romanas aselssias earäinalss episeopi st rsliguicatbolioi äs olsro st poxulo oum auxilio Xormannorum (das gilt für 1087,nicht zur Handlung von 1086) Rssiäsrium, siusäsm aselssias earäinalemst Oassiusnsis monasterii abbatsm, papam 160 ">u,n gräinavsrunt sigustsreii Vietoris uomsn inäiäsrunt (88. V, 446: die folgende Angabe über dielitsrae gehört dagegen gewiß zu 1087 — im Oatalogus der Päpste rechnetBernold, l. e., 400, wo er Victor III. msnsss 4 zutheilt, endgültig nur vonder Ordination 1087 aus), ferner Xnnai. Xugust., eben gleichfalls a. 1087,und wieder in Rebertragnng von Umstünden des Jahres 1087 zur Wahl von1086: Xbbas guiäam äs Nouts Oassino vssiäsrius, oxinions sauotitatiskamosissimus, ab imperatoris aävsrsariis ssäuotus, oum Xortmannis,guos oum psounia eorrupsrat clanässtina oatliäitate pro arripisnäaapostolioa äiZnitats Romam inZrsäitur, worauf die in n. 83 mitgetheilteStelle folgt (88. III, 132). Frutolf hat dagegen schon a. 1085 die Angabe;Oui (so. Gregor VII.) Xortbmannorum et Nabtbiiäis illius poteutissiwasper Italiam Isminas eunotorumgus siusmoäi ssotam smulautium asssosu,Resiäsrius, earäinalis Romauus st abbas Oasinsusis, verus Obristi kamu-Ins, liest multum eoräs simul et oorpors rsuitsns substituitur; oum . . .aä summum buuo apiesm invitus, immo oaptivus provsberstur . . .(88. VI, 206). Sigebcrt, Obron., hat das richtige Jahr 1086, ebenso Xnnal.s. Vinoentii LIsttsns. (88. VI, 365, III, 158). — Hinsichtlich der Form derWahl dieses Papstes, von der Scheffer-Boichorst, Dre Neuordnung der Papst-wahl durch Nikolaus II-, 75 u. 76, in Anlehnung an die Victor III. in oenMund gelegte Kundgebung von 1087 (vergl. dort bei n. 42), ausführte, sie seiunter Ausübung des Vorrechtes durch die Cardinalbischöfe, ganz in Gemäßheitder päpstlichen Fassung des Wahldecretes von 1059, geschehen, machte Grauert,Historisches Jahrbuch (der Görres-Gesellschaft), I, 581 u. 582, mit Recht daraufaufmerksam, daß vielmehr nach dem ausdrücklichen Zeugniß des Petrus vonMonte Cassino und demjenigen Victor's III. selbst — ooneoräia episeoporumet earäinaiium et oomproviueialium episeoporum st olsri st populi Ro-mani, und weiter: oum spisoopis et earäiualibus — die Cardinalklerikersicher neben den Bischöfen, ja sogar außcrrömische Bischöfe sich betheiligt habenmüssen, und ebenso spricht sich Martens, Die Besetzung des päpstlichen Stuhlsunter den Kaisern Heinrich III. und Heinrich IV., 247 u- 248, gegen Scheffer-Boichorst's Auffassung aus.