Druckschrift 
4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
Seite
107
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Bernold's Schriften a. Propst Adalbert, „lieb. d. Sacram. d. Excommunicirten". 107

provinz sie mm gewesen sein mögen: „Nicht jedoch möget Ihr sagen,daß Wenige außerhalb dieser Excommunicirten geblieben seien, danunmehr so Viele einzig im deutschen Reiche geblieben sind, daßsie der Menge der Excommunicirten sehr oft männlich Widerstandgeleistet haben und noch widerstehen können!" Im Weiteren weistBernold es ab, daß, wie Adalbert schrieb, Gregor VII. zum Meineidangetrieben habe, während er vielmehr nur die ihm zustehende Voll-macht, vom Eid der Unterthanschaft zu lösen, ausübte, wofürBeispiele genug vorliegen, von der Lossagung Untergebener vonBischöfen aus ihrem Gehorsam, durch Päpste, die jene Vorgesetztenabsetzten und excommunicirten. Ueberhaupt ist die Allgemeinheitder Kirche gar nicht so zu verstehen, daß alle Völker in der Kirchesein müssen, und insbesondere gehören Wibert und seine Anhängersicherlich nicht zu ihr. Ferner sollen die Mönche ihren Aebten, nichtWeltleuten, deren Verkehr sie abgesagt haben, gehorsam sein, undAlmosen solcher, denen die Kirche den Verkehr mit ihr aufgesagthat, soll sie nicht empfangen. Und wenn Bernold mit den Wortender ersten Epistel des Johannes (Cap. II, Verse 15—18), mit derWarnung vor der Liebe zur Welt, abschließt, so ist er allerdings derAnsicht, Adalbert wisse das Alles schon und bedürfe keiner Erinnerungdaran. Aber am Ende ermahnt Bernold ihn dennoch, für das Heilseiner Seele seine Gelehrsamkeit zum Gebrauche zu ziehen^).

— Die andere Schrift, an Bernhard — „lieber die Sacramenteder Excommunicirten" —, von der freilich nicht feststeht, in welcherZeitfrist — innerhalb der Jahre bis 1088 — sie dieser erstenAeußerung nachfolgte, stellt die Erinnerung an die schon frühermit dem ehrwürdigen Lehrer hierüber gepflegten Erörterungenvoran 2 °°), und dann wendet sie sich den von einander abweichendenAnsichten der Väter über diese Frage zu. Denn die einen erklärendie außerhalb der Kirche nach katholischem Gebrauche vor sichgehenden Handlungen dieser Art für ganz ungültig, während anderezwar deren Annahme verhindern, nicht aber völlig ihre thatsächlicheVollziehung leugnen. Nach Gegenüberstellungen der einander wider-streitenden Ansichten will nun Bernold zeigen, daß sie, richtig ver-

Non c. 11 an bis zum Schluß (in o 19) bewegt sich Bernold nacheinander über verschiedene Fragen hin (98—101), die Adalbert in seinemSchreiben behandelt haben muß. lieber den in wörtlicher Ilcbcrsetzung in denText cingerückten Satz — aus o. 13 — sagt Strelau, 1. e., 42, er sei so rechtdas Motto für Bernold's Schriften aus den Achtziger Jahren, während er indem folgenden Jahrzehnt viel zaghafter geworden sei, wie die gleichlautendeStelle in den OibsIIi X, e. 8, und XV, e. 7, zeige: saneta aseelssia samwultum zanäsrst, si aliqno moäo rssivisosrs vsllsnt (se. die Gegner der Kirche)(I. o., II, 115 u. 158).

2 "«) Nergl- ob. in n. 193. Gleich in e. 1 beginnt das Buch Os saera-wontis sxeommunientorum mit: Os saeramentis sxeommunicatorum, nnässam änäuin ants mnltos annos multa all invieem 8aripsimu8, nee tamsn sotowpors aligunm csrtitnclinem iavenirs potnimus; Bernold erinnert sich anseine Schülerzeit: gui olim inannw nostram lerulas vestras in seolis multo-ciens subcluximno (89).