Druckschrift 
Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 1834, 1835 und 1836
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

unrichtige Perspective. Die Stadt, namentlich dieKirche mit ihren Bäumen, steht zu den Bäumen,welche sich am Fuße der vorder» Abdachung und imVordergründe befinden, in keinem richtigen Vcrhaltniß,ferner muß es als Fehler getadelt werden, daß derMaler die Kirchthürme der Stadt und die Kapelleim Vorgrunde von Innen ans in ihren ganzenFensterhöhen erleuchtet hat, während doch die Sonnebei den Gebäuden zur Seite und nahe an der Mit-tagshöhe steht. Dieser Fehler ist insbesondere inBezug ans die Kapelle dadurch auffallend, daß diesegegen die Sonnenseite von hohem Walde beschattetwird. Selbst das Schönste auf dem ganzen Bilde,die Linde, ist nicht ohne Tadel, sie ist unter ihrerWurzel ganz aufgclockert und ansgehöhlt, und hateine so geneigte Stellung, daß man sie außer ihremSchwerpunkt sieht, und sic in der Natur, durch sich odervom geringsten Winde berührt, fallen müßte. Auchdie Staffage, welche übrigens von einem andernMaler hcrrührt, ist nicht ganz gelungen zu nennen,namentlich ist der Bauer mit dem Jungen, welcheroberhalb der Kapelle aus dem Walde herabsteigt,eine unangenehme, verrenkte Gestalt. Und endlich istein Fehler, der fast alle Maler hiesiger Akademietrifft, zu tadeln, nämlich der, daß sie die Erde znviolett malen.

26. Gegend von Altenahr, Landschaft vom Vori-gen. Ein Bild, das von dem Berliner Kunstvereinbei dem Maler bestellt ist. Es ist eine wahre be-stellte Arbeit, hart und rauh und ohne Fleiß, welcherdie aus alle» Weltgegenden Schatten gebendenGegenstände ein treffliches Relief geben, mehr abernoch die 300 Thlr., welche dafür bezahlt werden sollen.

6 *