daß man cs, abgesehen von dem Colorit, als Idee,höchstens zu einem Titelknpfcr vor einer Taschen-buchs-Novelle verwenden dürfe; ob denn in solchenBildchen das ganze hohe Streben der Kunst verwirk-licht sep, und ob man keine großartigeren Aufgabenfür die Kunst kenne, und ob cs, so lange bis manzu einer Anschauung von diesen gekommen scy, nichtmenschlicher und zugleich für die Kunst ersprießlicherwäre, wenn man, statt der Eigenliebe eines Malerszu fröhnen, viele aufstrebende Genies glücklich mache.
Mau hatte anfänglich des Glaubens gelebt, derVerein für Rheinland und Wcstphalen führe deshalbseinen Namen, und habe sich deshalb constituirt, umKünstler dieser Gegenden zu unterstützen. Ans die-sen Glauben hatten viele, wie gesagt, ihren übereil-ten Lcbensplan gebaut und ihre Studien geregelt.Man hatte für die Periode des Werdens ans Unter-stützung gerechnet, und hatte gedacht, der Knnstvereinwerde aus den inländischen Malern die besten Köpfeherauswählcn, ihnen Bestellungen, geben, und sie mitVorschüssen für Arbeiten versehen, zu denen die Geld-mittel Einzelnen fehlten, und welche sonst zu viclWag-niß enthielten. Statt dessen sollten ihnen jetzt nur küm-merlich die ohne Vorschuß gefertigten Bilder bezahltwerden, zu Mitteln für große Unternehmungen sollteihnen kein Weg sein, zu diesen sollte nur den Ein-dringlingen die Thür offen stehen, Eindringlingen, diekeinen Falls mit dem Stempel der Vollendung be-zeichnet werden könnten. Alle schönen Hoffnungensollten sich vernichten, der erquickende Glauben sollteaufhörcn, weil cs eine Clicntel gebe, welche allesresorbire. Der Abstand war zu groß. Rheinländerund Wcstphalen nahmen in dieser Enttäuschung alles