Druckschrift 
Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 1834, 1835 und 1836
Entstehung
Seite
42
Einzelbild herunterladen
 

42

auch Auswärtige zulaffe, so müßten nur solche Ge-genden berücksichtiget werden, die sich ähnlicher An-stalten nicht zu erfreuen hatten; die der übrigenGegenden müßten an ihre Hcimath verwiesen wer-den. Auswärtige begünstigen, so lange das Bc-dürfniß des Inlandes noch unbefriedigt sei, dürfenicht statt finden. Diese Ansichten sprachen sich auchda ans, als die überfüllten Säle der Acadcmie jedemdie Aufnahme in die Acadcmie erschwerten. Man be-merkte, daß Ostländcr, die noch immer in großerAnzahl hierher kamen, bei ihrer Ankunft hier Plätzeoffen fanden (natürlich weil sic sich frühzeitig genuggemeldet haben mochten, und jedenfalls nicht eherreifsten, als bis sie der Aufnahme gewiß waren),während mancher Rheinländer keine Aufnahme fand,und in die Hcimath zurückgeschickt werden mußte(weil er die Reise zu übereilt angctreten hatte).Unter diesen Weggeschickten mochte sich manches Ta-lent finden, welches jetzt, wo die Academien allesrcsorbirt und jede andere Ausbildung unmöglich ge-macht haben, unangenehm empfunden wurde, und zuMißverhältnissen in die Wagschaalc fiel.

Es ergab sich ferner, daß einige auf Reisen ge-gangene Rheinländer den Urlaub überschritten hatten,und bei der Zuhansekunst ihre Plätze in der Acadcmiebesetzt, wie man sagte, mit Ostländern besetzt fanden,ja das einige dicserhalb von der Anstalt ausgeschlos-sen wurden. Auch dieses gab neue Argumente zueiner ungünstigen Stimmung gegen die Ostländer ab,welche man jetzt als Eindringlinge und Vcrtrcibcrbczeichnete.

Auch hier rächte sich das ursprüngliche Verfahren.Würde man anfänglich nicht zu sehr nach Kunstzög-