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Ich bin objcctiv, schreibt so gern ein kritischesHerrchen, und es geht ihm doch nur wie einem mirbekannten Manne, welcher so gern in jeder seinerReden das Wort anbrachtc, und nun auch
sogleich meinte, in edleren vorzüglicheren Worten ge-sprochen zu haben. Der gcfühldurchdrimgcne Autor,welcher die Ideen und Reizungen, die in ihm bei derBetrachtung eines acsthetischen Gegenstandes auf-stiegen, nicderschreibt, glaubt ebensowohl für diesesProdukt seiner Mußestunden den Titel Kritik vindi-ciren zu dürfen, als jener leere Wortfabrikant, der mitseinen elenden Ausrüfcn, »göttlich, himmlisch, uner-reichbar« dem Gelobhudelten die Unsterblichkeit undmit den unerwiescnen Verdammungen, »schlecht, leer,nichtssagend« dem Getadelten die ewige Vergessenheitauöerwirkt zu haben meint.
Ja leider! kann solch ein elender, wortfabricircnderKritiker etwas erwirken, nämlich Sorge und Kum-mer dem bescheidenen, leicht gedrückten, für seinAus-kommer besorgten Künstler, welcher wohl weiß, daßselbst solche leere Erclamationcn auf Menschenwirken, deren Begriffe zum Selbsturtheil nicht genuggeläutert sind; ein Fehler welcher oft mit dem Mäccnatzusammen fällt. Aber weit schädlicher, als ein sol-cher Wortmcnsch, dem man es doch gar zu bald ab-mcrkt, daß er auch nicht ein einziges Fundament fürseine Anführungen hat, (wer könnte Neid und Bos-heit zu den Fundamenten zählen) ist jener Gefühls-kritikcr. Das Gefühl wird gar zu leicht für einenMaaßstab des Wahren gehalten, besonders in unserensentimentalen Zeiten. Was vom Herzen kommt, geht zuHerzen, sagt ein altes Sprichwort, und cs bewährtsich auch hier, wo der seiner Sprache gewachsene