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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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Mit seinem historischen Stoffe geht er ökonomischnm, er wiederholt nie ohne einen besonderen Grund undsucht so viel als möglich den sachlichen Zusammenhang durch-zuführen. Daher ist er auch sichtlich bestrebt, die synchro-nistische mit der chronologischen Methode zu verbinden. DenGang seiner Darstellung unterbrechen nur Urkunden, Redenund theologisch-philosophische Abhandlungen. Letztere sindan diesem Orte ohne Zweifel unpassend angebracht, aberman muß sie einem Manne zu Gute halten, der leidenschaft-lich für die Philosophie seiner Zeit eingenommen dieselbewahrscheinlich auch auf alle mögliche Weise zu verbreitensuchte, so auch auf diese. Zu tadeln dürfte noch sein,daß Otto so viel Material für die äußere Geschichte, soweuig für die innere zusammengctragen hat. So berichteter so viel von Kriegen, verhältnismäßig so wenig von denReichstagen.

§. -I. Otto's Darstcllungsgabe, Styl und Lattuität.

Otto besitzt eine für seine Zeit auffallend glückliche Dar-stellungsgabe. Seine erste Eigenschaft in dieser Hin-sicht ist eine konsequent durchgeführte Allgemeinheit derHaltung. Mit ihrer Hülfe windet er sich glücklich an jenenStellen durch, an denen sonst die Unparteilichkeit derGeschichtschreiber zu Schanden wird. Diese allgemeineHaltung war aber ein Ausdruck der Bildung undder Grundsätze Otto's und darum ist sie auch sicher-lich ein historisches Verdienst. Sonst ist ihm Klar-heit und oft auch concise Kürze eigen ^»). Doch istsein Styl nicht besonders leicht und erinnert mehr an asce-

Z. B. in der oben citirten Stelle über Gregor VII. lieberNero sagt er kurz: sui niliil prusten Iioriestatein lnlionestuin vi-ltekstur, Lliron. III. 16. Ilrst. 62.