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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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Vaters mit dem Absterben anderer bedeutender Männer dor-tiger Zeit erwähnt, nennt er ihn kurz und einfach, mehr mithistorischer Treue als kindlicher Liebe:Ueopolllus, Orien-tsl>8 ülsreluo, vir Lliristiunissiums, ue elorieorum 6t gsei-ger um guter" Seiner eigenen Person erwähnt er

absichtlich nie, rühmend schon gar nicht, dagegen zählte ersich"") ganz ruhig jenen Bischöfen bei, die Papst Eugennicht wenig tadelte, daß sie gegen die Kanonen demKaiser riethen, sich bei Besetzung des Magdeburger Stuh-les für den Bischof von Zeitz zu entscheiden, da derselbeerst die Erlaubnis, seinen Sitz wechseln zu dürfen, hätte vonNom erhalten sollen und ebenso die Einstimmung seines Kle-rus, der dagegen war. So läßt sich Otto durch die Ge-schichte selber tadeln.

§. 9. Otto's Patriotismus.

Unter diejenigen Eigenschaften, die auf die Parteilich-keit oder Unparteilichkeit eines Geschichtschreibers Einflußhaben, rechnet man in unfern Tagen auch den Patriotis-mus, und so haben auch wir die Pflicht, uns um jeneStellen umzusehen, die für oder gegen Otto'ö Patriotismussprechen. Aber leider sind sie nur wenige, denn damalsals unser schönes, großes Deutsches Vaterland noch daserste Reich der Christenheit war, sprach man noch wenigvon Patriotismus.

Unser heutiger Patriotismus beginnt gewöhnlich mitder Varusschlacht, wir wollen also auch sehen, was Ottovon ihr spricht. Er erzählt sie, wie man sagt, süm irs etstuclio, und bewundert dabei nichts als die Stärke der Deut-schen, die den Römern in ihrer blühendsten Epoche (?) Re-

5"") tldron. VlI. 21. Ilrst. 151.

5l") Oost. kriä. II. 8.