sagen, liebliche Schilderung des Mönchslebens und wird imVerlaufe derselben so sehr von sich selber erbaut, daß er eSganz andächtig mit einem „Amen" abschließt, obwohl nochein Verzcichniß der Päpste und Kaiser nachkommt. Daöist sehr verzeihlich und begreiflich, Otto war ja Mönch;aber die Moral seines Standes auch auf Kaiser übertragenwollen, ist unverzeihlich. Zur Ehre Otto'S findet sich aberdieser Versuch nur ein cinzigesmal. Als nämlich Hein-rich V. seinen Soldaten im Lager am Po befahl "°), vorjedem Zelte nachts ein Licht anzuzünden, legt ihm Otto diesenBefehl als „luimmms ostontutionsin Zlorias" auö, worin wirnicht beistimmen können, gefällt uns auch Heinrich's V. Cha-rakter so wenig, als Otto. Hatte Heinrich V. hiefür keineanderen, militärischen Gründe, und wäre es nur gewesen,um in einem feindlichen Lande zu imponiren?
Da fast jeder Geschichtschreiber ein Ideal vor Augenhat, an dem er die Charaktere seiner Geschichte mißt, so istauch bei Otto nach einem solchen zu fragen billig und er-^ laubt, und wir glauben in seinen Schriften eine Stelle cnt-! deckt zu haben, wo er einen Mann nach seinem Herzen
i schildert, einen ganzen Mann, der ihm als Ideal zu die-
nen scheint. Es ist dieß Bertolfus (Berthold von Zäh-ringen), der sich als Schwiegersohn des Gcgenkönigs Ru-dolph nach dessen Tode Schwabens bemächtigt hatte, abercS später an Friedrich von Hohenstaufen gezwungen abtre-ten mußte, der also nach Qtto's Legitimitätsbegriff ein Feinddes Kaisers, des Reiches und der Ordnung war "°). —
Lliron. VII. 14. Ilrst. 146.
"2) Oest. kUck. I. 8. Nui'. 648. ,,tsinoii stronuissimus so loi'-tissimus loisso trallitui'. Ilnclo et sclliue -ib snti^uioridus <1oipso clicitui', ^uocl si ^nancla iiuncius slic^ug li'istia ipsi sppor-<rms, secunlluiii c^uock llori solet, Ilsosilsro voluisset, clirerit: