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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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zu gerne einen Augenzeugen vcrmuthen mochte. In dieserBeziehung zeichnet sich vorzüglich die Erzählung von derBelagerung Tortona's aus, aus der er sogar einzelne Thürmezu beschreiben weiß"). Auf ofsicielle Quellen der Tradi-tion verweist dann auch ganz deutlich das mehrfach erwähnteguinguönnium.

Z. 4. Autopsie als Quelle.

Das Gebiet seiner Geschichtswerke, wo Otto selbst ge-sehen und gehört hat, was er erzählt, wo er also nach sei-nem eigenen, engen und strengen Begriff erst als Historikerauftritt, hat er uns im Allgemeinen eben so durch jene Aus-scheidung dessen, was sich in seinen Mittheilungen auf ge-schriebene Gcschichtsquelleu stützt, von dem, was die Tradi-tion zur Grundlage hat, angegeben ° Z, kann er gleich imJahre 1106 noch nichts selber gesehen oder gehört haben,da er erst 1109 geboren wurde. Dagegen sind seine Be-richte immer für autoptische zu nehmen, wo er die Autopsieselber angibt"), ferner bei Erzählung der wissenschaftli-chen Kämpfe seiner Zeit in Frankreich, bei allen Vorgängenin Deutschland und Bayern unter Konrad III. und Fried-rich I., bei der Schilderung des Kreuzzugcs von 11-17, end-lich bei der Beschreibung derjenigen Länder, die er selbergesehen hat, diese sind ausser Deutschland Frankreich,Italien, wenigstens bis Viterbo, Ungarn, das ByzantinischeReich und die Levante.

Einige behaupten auch, Otto sei auf dem erstenRvmerzuge Kaiser Friedrich's mit in Italien gewesen,seine Berichte über denselben seien also ebenfalls au-

°°) II. 17. Mur. 713.

"9 6Iiron. VII. 11. Ilrst. 145.

Z- B. üliron. VII. 33. Ilrst. 157.suäiviinus," ,,vi-älinus".