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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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kcn^) und besitzt hierin einen Vorzug vor den meisten Geschicht-schreibern des Mittelalters, selbst vor nicht wenigen der neuernZeit; aber seine kriegswissenschaftlichen Kenntnißesind selbst bei den besten modernen Historikern selten zufinden. Die Kriegswissenschaft ist zwar in neuerer Zeit, wiei jede andere Wissenschaft, weit vorgeschritten im Vergleichemit der Zeit Otto's, aber nicht bei unfern Historikern. Diemilitärischen Kenntniße, die uns bei einem Bischöfe dortigerZeit nicht sehr auffallen dürfen, entwickelte er nicht bloß aufdem Krcuzzuge, den er mitmachte, und wo er es auf eigeneFaust wagte, sich zum Führer einer großen Heeresabtheilungder Deutschen Kreuzfahrer aufzuwerfen, sondern auch gele-gentlich in seinen Werken, z. B. bei der Belagerung vonTortona durch Friedrich I. °°), wo er die Erzählung dieserlangwierigen und interessanten militärischen Unternehmungimmer mit kriegswissenschaftlichen Bemerkungen begleitete.

Allerdings leidctOtto an manchen Fehlern historischerUnkenntnis, aber dann leidet er mit seiner Zeit überhaupt.So nennt Otto den U. Ourtius ogues, den Ritter, dersich in die verhängnisvolle Spalte stürzte, miles, wie das8 Mittelalter seine Ritter nannte, den Epaminondaö betitelter re^em Itmbanorum , was allerdings von Nnkennt-niß der antiken politischen Verhältnis«: zeigt, aber zu seinerZeit wußten cs wohl Wenige besser. Regensburg nennt' Otto Lajogrioi'um guomlam UOssum (!), mocko vuoumsoäos"); dies zeigt wiederum von einer Nnkenntniß der

> ") Z. B. Kost. lbriä. I. 12. Nur. 650.

I °°) Oest. ^,-ick. I>. 17. Mur. 713.

I ") Lliron. II. 22. Nrst. 34.

I dliron. II. 24. Ilrst. 34.

, 5°) Oost. k'riä. II. 29. Mur. 731.