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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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Otto wurde auch iu Morimuud begraben; zwar hatteer sich schon bei seinen Lebzeiten iu Dcmuth einen Ort aus-serhalb der Kirche, wo er von Allen mit Füßen getretenwürde, zum Begräbnißplatz ausdrücklich auserschen, aberdie ibn zu begraben hatten, glaubten ihm hierin nicht ge-horchen zu dürfen, sondern begruben ihn anständig nebendem Hochaltar, wo sein Grab von seinen Ordensbrüdernin würdigen Ehren gehalten, ja verehrt wurde Es

fehlte wenig, so hätte mau ihn sogar unter die Heiligen ge-zählt. Sein Tod, der eben so sehr an die letzten Augen-blicke eines Heiligen, wie eines Philosophen erinnert, wieihn uns Radevicuö schildert, wie nicht minder sein Leben,das uns Otto als einen sittenstrengen Bischof und als ei-nen die Gerechtigkeit über alles schätzenden Fürsten charelf-ter isirt, den noch dazu eine nicht gemeine wissenschaftlicheBildung, eine streng kirchliche Gesinnung und hoher Adeldes Geistes wie des Blutes auszcichnete, waren verführe-risch genug. Er muß auch schön von Gestalt gewesen sein,wie daö Lpitspllium Ottonis von Radevicus nicht undeut-lich ausspricht Aber alle diese Eigenschaften zusammen-genommen haben ihm dennoch niemals die officielle Aner-kennung seiner Heiligkeit zu verschaffen vermocht. Er wurdenie cauonistrt, noch auch beatificirt, und darum fehlt er auchim Breviarum der Diöccse Freising gänzlich und hat wohlvon jeher in demselben gefehlt, obgleich ein Nisssls vatrmdes Cistercieuserordens ihn erwähnt ""), Chrysostomus Hen-riquez ihn in Last. Lanotorum Orä. Listeraiens. I. 2. cki-stinot. 10. o. 7. aufführt und im Menologium desselbenOrdens zum Lobe dieses unvergleichlichen Mannes (incom-

ksclev. I. v. o. 11.

k'oi'ingrn? clecens, Iiabilis, juvovis setsts."HalllNÄler, tssli cgnipil. S. 210.