Diese Abwesenheit des Königs und des Bischofs benütztendie Söhne des Pfalzgrafen Otto von Wittelsbnch, die ihremHause von Bischof Otto entzogenen Vogtcircchte über dieGüter und Ministerialien des Freifingcr Bisthnm's wieder zuvindiciren. Wahrscheinlich standen sie mit den Welfen im gehei-men Einverständniße. Dieser Umstand und Besorgnisse Otto'Sfür sein Bisthum vermochten den König, auch die wichtigstenGeschäfte in den Rheinländern bei Seite zu setzen, und eiligmit dem Heere nach Bayern zu gehen. Der Aufbruch geschah zuCoblenz bald nach Pfingsten; am 30. Juli befand sich derKönig zu Würzburg. Der Einzug des königlichen Heeresin Regensburg geschah um die Mitte des Angriffs. Einalsobald eingerufener Reichstag sprach über den PfalzgrafcnOtto und seine Söhne die Acht aus. Sie zu vollstrecken,zog der König selbst an der Spitze eines Kriegsheeres nachKelheim. Nachdem er es lange vergebens belagert, kamendlich ein Vertrag zu Stande, gemäß welchem der Pfalz-graf dem Könige sich unterwarf und zum Unterpfand auf-richtigen Sinnes seinen älteren Sohn Otto, den nachmali-gen Herzog von Bayern, als Geißel an Conrad auslie-ferte °").
1152 am 15. Februar starb König Conrad, nicht
ohne Verdacht der Vergiftung. Als er sich seinem Endenahe fühlte, stellte er die Reichsinsignien nicht seinem SohneFriedrich zu, der ihm für die Führung der Reichsgeschäftenoch nicht gewachsen schien, sondern Friedrich, dem Sohneseines Bruders, dessen Mutter eine Tochter Heinrich's deöSchwarzen, also eine Welfin war. Deßhalb gefiel Conrad'sMeinung auch den Wählern, weil sie durch einen König solcherAbstammung, wie Friedrich I., die Hohenstaufen mit den
b°) Büchner, a. a. O. 185 — 87.
^0 I,sng, 8enclscbrsiben SN Löbrner. dlürnb. 833. S- VI.