Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114

einen Blick auf die Fortschritte seines Erben zu werfenund den Gang seiner geistigen Entwicklung zu ver-folgen. Aber er mischte sich nicht in den mütterlichenLeseunterricht; er war verständig genug, zu wissen, daßeine Art von Sympathie zwischen Mutter und Kindbesteht, welche mehr wcrth ist als all das ernste An-sehen eines Vaters, wenn cs gilt das Lernen für sojunge Jahre genießbar zu machen. Er war ein vielzu gescheuter Mann, als daß er nicht all die Systeme,die jetzt in der Mode sind, die Kinder in gewisseMethoden des Unterrichts hincinznzwängcn, hätte ver-achten sollen. Er wußte, daß die Philosophen nieeinen größere» Mißgriff begangen haben, als wennsie so sehr darauf drangen: ein allgemein gültigesErzichnngssystcm gleich von der Wiege an cintrctcn zulassen. Es ist völlig genügend, die Gcmüthöart desKindes zu beobachten, und jener verdammten Neigung,Unwahrheiten zu schwatzen, gehörig entgegen zu ar-beiten, welche die ganze absurde Theorie des 1)r. Neidvon dem angeborenen Hang z»r Wahrheit Lugen straftund die vornchmstc Seuche der Kindsstnbcn ansmacht.Vor Allem aber, welcher Vorthcil ist je ein Ersatzdafür, daß man die . Gesundheit eines Kinds beschädigtoder seinen Geist knickt? Nie lasse man cs mehr alsdringend nothwcndig ist, die zerstörende Bitterkeitder Furcht kosten. Ein keckes, offenes Kind, das dirins Gesicht blickt, spricht die Wahrheit und macht denTeufel zu Schanden; das ist der Stoff, woraus recht-schaffene, tapfereja und auch weise Männer werden!