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Zweites Kapitel.
Was frommt es, ach, mit unabläß'gen SorgenSo streng sich mühn »m die danklose Muse?War's besser nicht gethan, wie Andre PflegenMir Amaryllis in den Schatten sPielenOder in der Neära Locken wühlen?
Milrons Lycidak.
Nichts ist wohlthätiger für lcbensthätigc Männer,als gelegentliche Zwischenräume der Ruhe — wo manin sein Inneres blickt, statt auf die Außenwelt, undwo man beinahe ohne cs selbst zu wissen sich prüft —(denn ich halte strenge und bewußte Selbstprüfung füretwas weit Selteneres als man gewöhnlich meint) —was man gethan hat, was man fähig ist zu thun. Esheißt gleichsam eine Rechnung von Soll und Habenmit der Vergangenheit ins Reine bringen, che mausich in neue Spekulationen stürzt. Einer solchen Fristder Ruhe genoß jetzt Maltravcrs. In gänzlicher Ein-samkeit, d. h. in Beziehung auf vertrauteren Freundcs-»mgang, hatte er sich seit einigen Wochen mit seinemeigenen Geist und Charakter bekannt gemacht. Er lasund dachte viel, doch ohne einen bestimmten, klarbe-wilßtcn Zweck. Ich glaube Montaigne ist cs, derirgendwo sagt: „Die Leute schwatzen so viel vom Denken— aber ich für meinen Thcil denke nie, als wenn ich